Zeitung Heute : Der Sieger aus Köln

Die Sender sind zufrieden – mit Konzept und Quote

NAME

Bei über 15 Millionen Zuschauern halten sich kritische Töne zum ersten Kandidatenduell in Deutschland bei den beiden Sendern, in deren Programm der Schlagabtausch zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber stattfand, verständlicherweise in Grenzen. Sat-1-Sprecherin Kristina Faßler war am Montag „wahnsinnig zufrieden“ sowohl mit der Zuschauerresonanz und dem Verlauf der Sendung als auch mit den disziplinierten Kandidaten und den Leistungen des Moderatoren-Gespanns. Man habe zusammengearbeitet, als würde man seit langem zur gleichen Redaktion gehören, sagte auch N-24-Chefredakteur Peter Limbourg, der für Sat 1 die Sendung mit RTL-Mann Peter Kloeppel moderiert hatte. Dass sich der Kölner Sender am Tag danach als Quotensieger bezeichnete, sei jedenfalls nicht nachvollziehbar, so die Sat-1-Sprecherin: „Der eindeutige Sieger dieses Abends war das Land. Dass so viele Menschen trotz aller Politikverdrossenheit zugeschaut haben, ist der eigentliche Erfolg.“

Für RTL-Informationsdirektor Hans Mahr, der das Duell als „TV-Sternstunde des Jahres“ bezeichnete, ging es jedoch um mehr als nur den „sportiven Wettbewerb“ zwischen den beiden Sendern. Mahr legte großen Wert auf die Feststellung, dass „RTL im direkten Sendervergleich das 1,67-fache an Zuschauern hatte als Sat 1“. Dies unterstreiche die kontinuierlich ausgebaute Informationskompetenz des Senders und des „überragenden Anchors Peter Kloeppel“.

Ob und in welcher Form das starre Modell des Kandidatenmodells geändert werden sollte, darüber wollte sich Sat 1 am Montag nicht äußern. In jedem Fall sei durch die Premiere der Druck von den Kandidaten erst einmal gewichen, und man müsse sich nun die zweite Duell-Sendung am 8. September in ARD und ZDF mit Sabine Christiansen und Maybrit Illner anschauen. Erst danach sollte überlegt werden, welche Veränderungen am Reglement sinnvoll seien. Die Kritik vor allem aus den Reihen der SPD am starren Korsett des Duells bezeichnete RTL-Mann Mahr als „lächerliche Diskussion“. Die Sender hätten einen direkten Schlagabtausch vorgeschlagen, dies sei jedoch von der Politik abgelehnt worden. Eine Änderung der Regeln für die Sendung in zwei Wochen in ARD und ZDF schloss Mahr aus. Man könne nicht in der Halbzeit einfach die Abseitsregel ändern. Kurt Sagatz

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar