Zeitung Heute : Der Spiele-Check

Rasen wie Schumi, Spionieren wie Tom Cruise, Gruseln wie bei Edgar Allan Poe – neue Titel im April

Benedikt Plass

Computer- und Konsolenspiele sind ein fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie geworden. Diese Spiele haben Fernsehen, Bücher und Internet weitestgehend verdrängt, oft nicht nur in den Kinderzimmern. Ständig werden alte Titel aktualisiert oder neue Spiele aufgelegt. Die Aufregung um das blutrünstige Spiel „Counter Strike“, ein so genannter „Ego Shooter“, mit dem der junge Attentäter von Erfurt gespielt hatte, hat sich in den vergangenen Monaten etwas gelegt. Für solche Spiele, wie auch der neueste Ego-Shooter „Condition Zero“, gibt es in der Regel keine Jugendfreigabe mehr. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass es in den Spielen gar keine Gewalt mehr gibt. Auch die Gerätehersteller legen ständig nach. Nach der äußerst schwierig gestarteten XBox-Konsole von Microsoft, kündigt Konkurrent Sony sogar schon die PlayStation3 und eine mobile Playstation „PSP“ an. Auch Nintendo steht mit „Nintendo DS“, dem Nachfolger des Gameboy, in den Startlöchern.

Hier aber zunächst eine Auswahl von neuen Spielen für den Monat April, die Eltern durchaus im Kinderzimmer finden dürfen: Spaß mit Geschwindigkeit, Action, Grusel und Sport.

Einige Monate nach den Konsolenfassungen rast „Colin McRae Rally 4“ auch über die Computer-Monitore. PC-Piloten freuen sich insbesondere über die aufpolierte Optik und einen neuen Mehrspieler-Modus für bis zu acht Teilnehmer. Durfte man in der Vorgängerversion die Einspieler-Meisterschaft ausschließlich im Ford Focus bestreiten, hob man nun die Fahrzeugbeschränkung für „Colin McRae Rally 4“ auf. In den verschiedenen Klassen warten bis zu 23 Fahrzeuge darauf, über Asphalt-, Kies- und Schotter-Pisten von acht Ländern gescheucht zu werden. Der einzige Gegner des Spielers ist – wie auch im echten Rallye-Sport – die tickende Uhr. Das ist fast so rasant wie bei Formel-1-Star Michael Schumacher in seinem roten Ferrari. Fleißigen Fahrern winken ein halbes Dutzend Bonusautos sowie ein Expertenmodus, in dem man unter erschwerten Bedingungen antritt.

Gesteuert werden die sehr schick modellierten Wagen in „Colin McRae Rally 4“ wahlweise per Lenkrad, Gamepad oder Tastatur, die Navigation funktioniert mit allen Varianten hervorragend. Nicht nur beim Fahrgefühl trumpft das Rennspiel auf, auch technisch wird höchstes Niveau geboten: Abwechslungsreiche Strecken, ein imposantes Schadenmodell der Wagen und ein konstant hohes Spieltempo begeistern.

„Colin McRae Rally 4", 45 Euro. Empfohlen wird ein PC mit einem Prozessor von mindestens einem Gigahertz, 256 Megabyte Arbeitsspeicher, eine Grafikkarte ab Geforce 3.

Mit dem subtilen Schleich-Abenteuer „Splinter Cell“ gelang Spielanbieter Ubi Soft Ende 2002 ein Überraschungs-Hit. Nun ist mit dem Frühjahr der Nachfolger „ Pandora Tomorrow “ für PC (45 Euro) und Xbox-Konsole (55 Euro) im Handel. Als Spezialagent Sam Fisher schleicht man durch acht umgangreiche Missionen, die in 17 Abschnitte unterteilt sind.

Dabei absolviert der vornehmlich im Schatten agierende Spieler den Job eines Superspions. Er hört Gespräche ab, verwanzt Computer oder stiehlt wichtige Daten. Mal infiltriert man die US-Botschaft in Indonesien, dann den indonesischen Dschungel. Über 20 Agenten-Gadgets helfen dem Spieler bei seinen Einsätzen, von Mini-Kameras bis hin zum Betäubungsgas. Zudem beherrscht der Held eine Reihe akrobatischer Bewegungen, die spektakulär animiert sind.

Opulente Licht- und Schatteneffekte, hoher Detailgrad bei Spielfiguren und Umgebung, die Soundkulisse ist dabei nicht minder aufwändig. Wird man im Einspieler-Abenteuer bereits für rund 20 Stunden bestens unterhalten, bürgt der innovative Mehrspieler-Part für weiteren Spielspaß. In einem LAN-Netzwerk oder im Internet stehen sich zwei Teams, Söldner und Agenten, mit jeweils bis zu vier Spielern gegenüber. Je nach gewählter Partei spielt sich der Mehrspieler-Modus von „Pandorra Tomorrow“ gänzlich anders und motiviert auch langfristig.

Ubi Soft empfiehlt für die PC-Version Systeme ab 1,8 Gigahertz-Prozessor, 512 Megabyte RAM und eine aktuelle 3D-Grafikkarte, etwa ATI Radeon 9800 oder Geforce FX.

Wer sich gerne stilvoll gruselt, kommt im PC-Adventure „ Black Mirror: Der dunkle Spiegel der Seele “ auf seine Kosten. Die spannende Handlung erinnert an die Grusel-Romane des englischen Schriftstellers Edgar Allen Poe. Der Spieler muss in der Rolle von Samuel Gordon, den letzten Nachkommen seiner Familie, den Selbstmord seines Großvaters im alten England aufklären. Dazu erforscht er ein äußerst mysteriöses Schloss, in dem Jahre vorher seine Frau ums Leben kam. Die simple Steuerung des Spiels funktioniert komplett via Maus; Gegenstände werden mit einem simplen Klick untersucht, eingesammelt, benutzt und miteinander kombiniert.

Der Hauptaspekt liegt auf dem Lösen recht intelligenter, meist nicht allzu schwerer Rätsel, die auf insgesamt 150 Räumlichkeiten des Grusel-Schlosses verteilt sind. Einen großen Teil der Spielzeit nehmen auch die Dialoge mit anderen Spielfiguren und die Monologe des eigenen Charakters ein. Rund sechs Stunden gesprochenes Material wurde in „Black Mirror“ implementiert.

Ein besonderes Highlight ist dabei die deutsche Synchronstimme von Hollywood-Star Johnny Depp (David Nathan), die beim Protagonisten zum Einsatz kommt. Audiovisuell überzeugt „Black Mirror“ auf ganzer Linie: Die vornehmlich düsteren Örtlichkeiten verbreiten eine angenehm dichte Gruselatmosphäre. Der bedrohliche Soundtrack trägt ebenfalls seinen Teil zur unheimlichen Stimmung des Spiels bei.

„Black Mirror“ kostet 39,95 Euro, empfohlen wird ein Pentium-II-PC mit 400 Megahertz-Prozessor und 64 Megabyte RAM.

Der Spiele-Channel im Internet:

www.meinberlin.de/channel_games

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