Zeitung Heute : Der Sprachgewaltige im Porträt (TV-Tipp)

Robert Bongen

Er war Shakespeares Romeo, Hamlet und Othello, Goethes Mephisto, Faust und Tasso, Schillers Don Carlos und Lessings Nathan - es gibt keine große Rolle, in der Will Quadflieg nicht auf der Bühne stand. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag. In Helmar Harald Fischers Portrait "Verführer und Mahner - Will Quadflieg zum 85." (WDR-Fernsehen, 22 Uhr 30) kommentiert der Schauspieler selbst die entscheidenden Stationen seines bewegten Lebens. Dokumentiert wird der Weg aus seiner Heimatstadt Oberhausen an die großen Theater. Bühnenidealismus und Sprachlust sind es, die Quadflieg auszeichnen; beides kam besonders bei Gustav Gründgens zur Geltung. Dessen Inszenierung von Goethes "Faust" machte ihn 1960 weltbekannt. "Er war der einzige, der allein mit seiner Rezitation mühelos ein ganzes Theater füllen konnte", sagt der Schauspieler Peter Striebeck über den Meister der klassischen Wortgestaltung. Mit der Sprache moderner Autoren konnte er sich nur langsam anfreunden; erst Mitte der 70er Jahre wurde er unter Regisseur Rudolf Noelte auch zu einem brillanten Darsteller der gebrochenen Figuren des modernen Theaters.

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