Der Tag, an dem … : … zwei Argumente zählen

Vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand. Die Sache mit der hohen See lassen wir jetzt einmal beiseite, aber, ähm, ja, wie soll man das jetzt ausdrücken, ähm, also Gott hat Hände groß wie Bratpfannen. Große Bratpfannen, weiß Gott. Der Beweis wurde jetzt in Japan erbracht, genauer in Tokio vor einem Berufungsgericht. Mann weiß ja, wofür die Dinger gut sind, also nicht jetzt die Bratpfannen, sondern die, na ja, Mann weiß schon (okay, kostet fünf Euro) …

… aber reden wir erst von Serena Kozakura. Die Dame ist 38 Jahre alt. Ihr wird ein aufbrausendes Temperament nachgesagt. Auch soll sie zur Eifersucht neigen. Serena lebt davon, dass sie Damenobenbekleidung vorführt (Hinweis ans Korrektorat und an die aufmerksamen Leser: Es ist Damenobenbekleidung gemeint, nicht Damenoberbekleidung), große Damenobenbekleidung, zeltgroße Damenobenbekleidung (ist ja schon gut, fünf Euro) …

… Serena ist jetzt nicht unbedingt eine Frau des Wortes. Wäre sie es, wären ihr vielleicht andere Formen der Kommunikation möglich, nicht nur solche, wie sie ihr von Amts wegen unterstellt wurden. Serena hat also nicht so viele Worte, sie sagt, dass sie ihren Körper immer gehasst hat, obwohl sie, und nun zitieren wir mal eine andere Seite Eins, nämlich die, bei der immer Frauen in nackten Zahlen vorgestellt werden, und auch sonst nackt, und meistens darunter steht, dass Sabrina, 23, Zahnarzthelferin oder sonst wer zwei gewichtige Argumente hat, Mann weiß ja, wofür die Dinger gut sind (fünf Euro) …

… Serena Kozakura liebte einen Mann. Der Mann liebte nicht nur Serena, glaubte Serena. Und eines Tages kam der Mann in seine Wohnung zurück, die Wohnungstüre war eingetreten, ein Loch war in der Mitte, und dahinter bot sich dem Mann ein Bild des Grauens. Der Mann brauchte eine neue Inneneinrichtung, alles war verwüstet, irgendjemand hatte seinem Vandalismus gefrönt. Oder ihrem Vandalismus. Serena Kozakura …

… nein, Serena war es nicht. Es war angenommen worden, dass sie es war, also, dass sie hinter der Türe den Mann mit fremden Frauen vermutete, dass sie die Tür eintrat, durchs Loch kroch, und, da niemand zu Hause war, die Wohnung einnordete, oder sagt man in Japan einostete? Es hätte wohl zu der Frau mit den gewichtigen Argumenten gepasst (fünf Euro) …

… aber Serena passte nicht. Das Gericht hielt ihr die Tür mit dem Loch vor. Serena Kozakura, Bikinimodell mit einem gewichtigen Brustumfang von 110 Zentimetern, passte nicht hindurch. Sie wurde freigesprochen. „Es waren meine Brüste, die vor Gericht gewonnen haben“, sagte sie. Allein in Gottes Hand. (Die Chauvikasse ist jetzt voll). uem

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