Zeitung Heute : Der Tagesspiegel

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ÄNGSTE

Angst ist ein Hinweis auf reale Gefahren. Eine Angststörung jedoch bestimmt das Erleben und Verhalten eines Menschen in einem Ausmaß, das durch den Anlass nicht gerechtfertigt ist. Das hat körperliche Folgen: Es werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, Atmung und Puls beschleunigen sich, mancher bekommt ein flaues Gefühl im Magen, andere schwitzen, zittern oder spüren plötzlich Harn- oder Stuhldrang. Die Muskulatur verspannt sich. Auf der Ebene des Verhaltens verändern sich Mimik, Gestik und Sprechweise. Der Impuls zu Kampf und Flucht kann zu aggressiven Äußerungen führen - zum Beispiel gegenüber dem Flugpersonal. Neurophysiologisch können diese Reaktionen durch die starke Reizung bestimmter Gehirnregionen erklärt werden. Sie geht vom Hypothalamus, einem Teil des Zwischenhirns, aus, der den gesamten Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Psychologen meinen, dass Angst durch die Überzeugung entsteht, Situationen nicht bewältigen zu können, und bezeichnen sie als „erlernte Hilflosigkeit“.

Panik befällt dabei ihre Opfer oft ohne sichtbaren äußeren Anlass, Psychologen beschreiben die „Spontanangst" als „frei flottierend". Phobien dagegen heften sich an Objekte. Sie haben ihren n von Phobos, dem Sohn des griechischen Kriegsgotts Ares, der durch sein schreckliches Aussehen die Menschen geängstigt haben soll.

Fast alle Lebewesen und Lebenssituationen können Phobien auslösen, von der Angst vor Spinnen (Arachnophobie) bis zur Furcht vor öffentlichen Plätzen (Agoraphobie). Krankheitswert gewinnen diese Ängste, die in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ausmaß der wirklichen Bedrohung stehen, für die Betroffenen vor allem durch die Beeinträchtigung ihres sozialen Lebens. Vor allem das Vermeidungsverhalten kann wichtige Bereiche des Lebens verändern. Eine Behandlung ist aber auch deshalb wichtig, weil Phobien sich von einem begrenzten Gebiet her ausweiten und auf andere Felder überspringen können. aml

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