Zeitung Heute : Der Tagesspiegel

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SELBSTHILFE

Da Ängste erlernt sind, können sie prinzipiell auch wieder verlernt werden. In leichten Fällen, kann sich der Betroffene selbst helfen:

Entspannen: Wenn die Muskulatur entspannt ist, kann der Mensch keine intensive Angst erleben. Bei der „progressiven Muskelentspannung nach Jacobson“ wird das Ziel durch vorherige gezielte Anspannung und bewusstes Entspannen der Muskulatur erreicht. Man kann die einzelnen Muskelgruppen, beginnend mit der geballten Faust, sogar in einem Sitz der Economy-Class unauffällig und wirkungsvoll anspannen und entspannen.

Atmen: Bei Übererregung atmet man leicht zu heftig und zu viel. Durch dieses Hyperventilieren gelangt zu viel Sauerstoff ins Blut, Kohlendioxid ist vergleichsweise zu schwach vertreten. Besser wird es, wenn man bewusst langsam und in den Bauch statt in die Brust einatmet. Ausatmen sollte doppelt so lange dauern wie einatmen.

Vorbeugen: Beim Fliegen ist schon das Einchecken wichtig. Man sollte nicht gestresst und unausgeschlafen am Flughafen ankommen und sich noch einen guten Platz – zum Beispiel neben dem Partner – sichern können. Alkohol und Kaffee an Bord steigern oft die Erregung. Tranquilizer sollte man auf keinen Fall einnehmen, wenn man ihre Wirkung nicht schon vorher ausprobiert hat.

Informieren: Wissen kann beruhigen, es fördert also nicht nur die Allgemeinbildung, wenn man sich über Flugtechnik informiert.

Positiv denken: Angst wird von negativen Gedanken begleitet. Der Psychologe Rudolf Krefting empfiehlt, sie aktiv und bewusst in positive umzuwandeln, also nicht an den vergangenen schlechten Flug zu denken, sondern sich auf ein völlig neues Flugerleben zu freuen. Akut hilft nach seiner Erfahrung der Befehl zum „Gedanken-Stopp“, vorbereitend aber auch das konsequente Zu-Ende-Denken, das wir meist vermeiden, solange wir noch festen Boden unter den Füßen spüren: „Fliegen induziert wie kaum ein anderes Ereignis die Urangst vor dem Tod.“ aml

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