• Der Verband Deutscher Hypothekenbanken legt Halbjahreszahlen vor. Der Einstieg ins Wohneigentum ist "leichter geworden"

Zeitung Heute : Der Verband Deutscher Hypothekenbanken legt Halbjahreszahlen vor. Der Einstieg ins Wohneigentum ist "leichter geworden"

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Der Verband Deutscher Hypothekenbanken rechnet in naher Zukunft nicht mit einem weiteren Zinsschub für Baugeld. "In der ersten Jahreshälfte hat zwar eine Zinswende stattgefunden, aber das heißt nicht, dass es jetzt immer weiter nach oben geht", sagte Verbandspräsident Karsten von Köller am Dienstag bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Verbandes in Berlin. Weder sei ein plötzlicher Konjunkturboom in Euroland zu erwarten, noch sei die jüngste Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank dramatisch. Deshalb werde die Zinsbewegung "im Rahmen bleiben". Im August kostete ein fünfjähriges Darlehen im Schnitt effektiv 5,4 Prozent. Das sind gut ein Prozent mehr als noch im Februar dieses Jahres (4,33 Prozent Effektivzins für ein fünfjähriges Darlehen). Im Vergleich zu den letzten Jahren sei der Einstieg ins Wohneigentum "leichter geworden", sagte von Köller. Die Zinsen liegen im zehnjährigen Schnitt um drei Prozent über dem derzeitigen Stand. Der Verband der Hypothekenbanken könne denn auch auf ein "differenziertes, aber insgesamt positives Gesamtergebnis zurückblicken".Die Ertragslage nach Risikovorsorge sei im Schnitt aller Institute geringfügig von 0,277 auf 0,271 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gesunken. Die Vergabe von Staatskrediten sei um 24 Prozent auf 170,8 Mrd. DM gestiegen. Den größten Zuwachs gab es bei der Kreditvergabe an öffentliche Kreditinstitute und Unternehmen (plus 79,7 Prozent). Dagegen schmälerte der derzeitige Sparkurs der öffentlichen Haushalte das Geschäft mit Bund Ländern und Gemeinden.

Bei den Hypothekarkrediten konnte insgesamt ein Plus von 7,2 Prozent auf 52,6 Mrd. DM verbucht werden. Derzeit größter Wachstumssektor in diesem Bereich: Das Geschäft außerhalb der deutschen Grenzen. Allein in Großbritannien seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres neue Darlehen in Höhe von 5,7 Mrd. DM gewährt worden. Von Köller sagte dazu, die deutschen Hypothekenbanken bewegten sich in den europäischen Märkten auf "Neuland", da erst seit 1990 die Geschäftstätigkeit europaweit erlaubt sei. Die Wachstumschancen seien dadurch in diesem Bereich größer, sagte von Köller. Das Finanzierungsvolumen bei Eigentumswohnungen in der Bundesrepublik sei dagegen rückläufig gewesen (minus 4,4 Prozent). Als Gründe nannte von Köller das Sinken der Mieten und die gekürzten Abschreibungsbedingungen. "Die Reduzierung der Eigenheimzulage durch die Bundesregierung ist für die Hypothekenbanken nur dann akzeptabel, wenn die Regierung mit der angestrebten Konsolidierung der Haushalte die Aussichten auf zinsgünstige Bedingungen am Kapitalmarkt verbessert", so von Köller weiter. Auch das Geschäft mit neuen gewerblichen Kunden habe sich leicht verringert: Um um vier Prozent auf knapp 11 Mrd. DM. "Das ist Ausdruck der nach wie vor sehr verhaltenen konjunkturellen Entwicklung im Inland", sagte der Verbandpräsident.

Er forderte mehr Spielraum bei der Vergabe von Staatskrediten im Ausland und eine entsprechende Änderung des Hypothekengesetzes. Bisher dürfen innerhalb der EU Staatskredite nur an Zentralstaaten, regionale Regierungen und örtliche Gebietskörperschaften vergeben werden.

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