Zeitung Heute : Der Wahrheit auf den Grund

-

Was wird heute wichtig?

„Estonia“. Als die estnische Fähre heute vor zehn Jahren, in der Nacht vom 27. zum 28. September 1994, bei heftigem Sturm in der Ostsee unterging, nahm sie die Wahrheit über die Unglücksursache mit auf den Meeresgrund. Das mit 852 Todesopfern schlimmste Schiffsunglück in der europäischen Nachkriegsgeschichte ist aus der Sicht vieler Angehöriger von Opfern nicht aufgeklärt. Hinterbliebene der 500 schwedischen „Estonia“Opfer fordern zum wiederholten Mal eine neue Untersuchung der Katastrophe. Zwar legten Schweden, Finnland und Estland 1997 einen Untersuchungsbericht vor. Doch das Ergebnis ist für seine Kritiker nur der Versuch, niemanden für den Tod hunderter Menschen verantwortlich zu machen. Dem Bericht zufolge war eine beschädigte Bugklappe, die auf offener See abgerissen war, der Auslöser für den Untergang. Das Schiff sei jedoch seetüchtig gewesen, als es seine Reise von Tallinn nach Stockholm antrat. Den Reedern wird keine Vernachlässigung ihrer Pflichten vorgeworfen. „In einem demokratischen Rechtsstaat sollte es nicht möglich sein, dass niemand für den Tod von 500 Menschen verantwortlich gemacht wird“, sagt der schwedische Abgeordnete Lars Aangström, der die Forderung nach einer neuen Untersuchung unterstützt. Tsp

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!