Zeitung Heute : DER UNTERGANG

Titanic 3D.

Lina Verschwele

Es gibt Leute, die „Titanic“ doof finden. Abgrenzungsfetischisten, die das Werk als pathetischen Liebesfilm betiteln. Zumindest in einem haben sie recht: „Titanic“ ist ein Liebes-, kein Actionfilm. Trotzdem soll das Ganze nun einen peppigen Schliff bekommen, mehr Spannung durch Dreidimensionalität. Wieder entfaltet sich die Liebesgeschichte zwischen Rose und Jack. Man hofft erneut, dass irgendwie alles gut ausgeht, erschrickt, wenn Eisbrocken aufs Deck krachen und gerät in Panik, wenn Wasser die Gänge flutet. Kurz, man tut nichts, was man beim letzten Mal nicht auch getan hätte – außer Brillen aufzusetzen. Aber: Das 3-D-Format macht den Film nicht besser. Andererseits: Es stört auch nicht weiter. Am Ende stehen wieder hartgesottene Kerle im Kino- foyer und sind gerührt. Einer summt „My Heart Will Go On“. Groß. Lina Verschwele

USA 1997/2012, 194 Min., R: James Cameron, D: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane

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