Zeitung Heute : Deutsche Wirtschaft so stark wie vor der Krise

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hat die Krise abgehakt: Sie wuchs im ersten Quartal mit 1,5 Prozent fast viermal so schnell wie am Jahresende 2010 mit 0,4 Prozent. „Damit wurde das Vorkrisenniveau von 2008 bereits jetzt wieder erreicht“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum gab es mit 5,2 Prozent sogar das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. Verantwortlich dafür war vor allem der Binnenmarkt: Investitionen und Konsum schoben die Konjunktur kräftiger an als die Exporte. Details wollen die Statistiker am 24. Mai nennen.

Allerdings dürfte die deutsche Wirtschaft ihren Wachstumshöhepunkt überschritten haben. Von Reuters befragte Analysten rechnen bis Ende 2012 nur noch mit einem durchschnittlichen Quartalszuwachs von 0,5 Prozent. Die Risiken für die Konjunktur haben zuletzt zugenommen: Sie reichen von der Schuldenkrise in Europa über die steigende Inflation bis hin zur Japankrise. Dennoch wird der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von rund drei Prozent zugetraut. 2010 hatte es mit 3,6 Prozent den stärksten Zuwachs seit der Wiedervereinigung gegeben. Dem war 2009 wegen der Finanzkrise allerdings auch mit 4,7 Prozent der schwerste Einbruch seit rund 60 Jahren vorausgegangen.

Positive Signale kamen am Freitag auch aus Griechenland. Völlig unerwartet kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,8 Prozent zum Vorquartal. Damit liegt die Wirtschaftsleistung allerdings immer noch um 4,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Und auch beim Schuldenabbau kommt das Land nicht voran: Nach Prognose der EU-Kommission wird das Haushaltsdefizit 2011 und 2012 mit 9,5 und 9,3 Prozent weit größer ausfallen als angestrebt. rtr

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