Zeitung Heute : „Deutschland ist gut für die Welt“

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Die Geschichte unserer Zeit ist in das Leben Berlins eingeschrieben. In diesem Gebäude sind Feuer des Hasses entflammt worden, die dann über die ganze Welt fegten. Alliierte Flugzeuge haben in 323 Tagen und Nächten der Belagerung Hoffnung und Nahrung in diese Stadt gebracht.

Über eine berüchtigte Trennlinie sind Männer und Frauen aus Mietshäusern gesprungen und überwanden Stacheldraht, um in Freiheit zu leben oder bei dem Versuch zu sterben. In der Zeitspanne eines einzigen Menschenlebens haben die Menschen dieser Hauptstadt und dieses Landes zwölf Jahre der faschistischen Diktatur, 50 Jahre der anderen Diktatur durchlebt und behaupteten sich in dieser herausfordernden Dekade der Vereinigung. Deutschland ist daraus als eine verantwortungsvolle, wohlhabende und friedliebende Nation hervorgegangen. Eine neue Ära ist angebrochen – das starke Deutschland, das Sie aufgebaut haben, ist gut für die Welt.

Auf beiden Seiten des Atlantiks musste die Generation unserer Väter großen Ereignissen Gestalt geben – und sie bauten das große transatlantische Bündnis der Demokratien. Sie errichteten das erfolgreichste Bündnis der Geschichte. Nach dem Kalten Krieg, in der relativen Ruhe der 90er Jahre fragten einige, ob unser transatlantisches Bündnis nach wie vor einen Zweck hat. Die Geschichte hat ihre Antwort gegeben. Unsere Generation steht vor neuen und ernsten Drohungen gegen die Freiheit, gegen die Sicherheit unserer Menschen und gegen die Zivilisation insgesamt.

Wir stehen vor einer aggressiven Kraft, die Tod verherrlicht, die auf Unschuldige zielt, Mittel für ihre Zwecke sucht, Mord in großem Maßstab zu betreiben. Wir haben massive Bedrohungen durch Armut und durch Tod bringende Krankheiten. Man kann aber das nicht so stehen lassen, man muss sich mit diesen neuen Herausforderungen auseinander setzen, und zwar gemeinsam auseinander setzen. Die, die gegen die menschliche Freiheit sind, die diese Freiheit angreifen, werden sie auf jedem Kontinent angreifen.

Die, die Raketen in ihren Besitz bekommen wollen, kennen auch die Karte Europas. Wie die Bedrohung aus einem anderen Zeitalter, kann diese Bedrohung nicht beschwichtigt oder ignoriert werden. Indem wir geduldig, unbeugsam und resolut sind, werden wir den Feinden der Freiheit eine starke Abfuhr erteilen. Wir sind die erste Generation seit 100 Jahren, die den nächsten europäischen Krieg nicht erwarten und fürchten muss.

„Jetzt umarmen wir uns“

Während wir unser Bündnis ausdehnen und Russland zuwenden, müssen wir über Europa hinausgehen, um aufkommenden Gefahren zu begegnen und bedeutender Verantwortung gerecht zu werden. Während wir das Haus der Freiheit bauen, müssen wir uns den Herausforderungen einer größeren Welt stellen. Und das gemeinsam. Viele Generationen haben Russland als Feind gesehen. Dieser Schatten wird jetzt beiseite gelegt. Jetzt umarmen wir uns in Freundschaft mit einem demokratischen neuen Russland.

Angesichts dieser Bedrohung ist die Zweckbestimmung der Nato, ihre kollektive Verteidigung, so dringend wie eh und je. Amerika und Europa brauchen sich gegenseitig, um den Krieg gegen den globalen Terror zu führen und zu gewinnen. Die Terroristen sind durch ihren Hass definiert. Sie hassen Demokratien, Toleranz und die freie Meinungsäußerung. Sie hassen Frauen, sie hassen Juden, sie hassen die Christen und sie hassen alle Muslime, die sich gegen sie richten. Andere töteten im n rassischer Reinheit oder eines Klassenkampfes. Diese Feinde töten im Namen einer falschen religiösen Reinheit, und sie verdrehen den Glauben in dessen Namen sie vorgeben zu sprechen.

Das Übel, das sich gegen uns formiert hat, ist ,die neue totalitäre Bedrohung’ genannt worden. Die Verantwortlichen für den Terror versuchen, Atom-, Chemie- und Biowaffen in ihre Hände zu bekommen. Regime, die Terroristen unterstützen, entwickeln diese Waffen und die Trägerraketen. Könnten diese Regime und ihre terroristischen Verbündeten diese Fähigkeiten perfektionieren, würde sie keine innere Stimme der Vernunft und kein Gewissensbiss sie am Einsatz dieser Waffen hindern. Wunschdenken könnte Trost bringen, aber keine Sicherheit. Nennen Sie es eine strategische Herausforderung oder nennen Sie es die Achse des Bösen. Aber lassen Sie uns die Wahrheit beim Namen nennen. Wenn wir diese Bedrohung ignorieren, dann laden wir ein zur Erpressung und Millionen unserer Bürger geraten in große Gefahr.

   Unsere Reaktion wird ausgewogen, klar, zielgerichtet sein. Wir werden mehr einsetzen als unsere militärische Macht. Wir werden terroristische Finanzströme abschneiden, diplomatischen Druck ausüben und unsere Erkenntnisse austauschen. Amerika wird sich in jeder Phase eng mit seinen Freunden und Verbündeten beraten.“ dpa

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