Zeitung Heute : Deutschland – Italien

Halbfinale, WM-Stadion Dortmund 21.00 Uhr, live im ZDF und bei Premiere

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Italiens Finalgegner steht schon fest: die italienische Justiz. Am kommenden Sonntag sollen die Ergebnisse des Prozesses um den Manipulationsskandal der Serie A bekannt gegeben werden. Sollte also Italien mit einem Sieg gegen Deutschland in das Finale am Sonntag einziehen ... Insgesamt dreizehn italienische Nationalspieler stehen bei den vier beschuldigten Vereinen unter Vertrag. Geschadet es den Italiener bisher nicht. „Seit dem Beginn unseres Trainingslagers am 22. Mai sind wir wie ein Schiff, das jeden Tag mit Raketen und Torpedos attackiert wird“, sagt Italiens Altstar Luigi Riva, der den italienischen Verband repräsentiert. Dass Italien dennoch erfolgreich spielt, sei Trainer Marcello Lippi zu verdanken. „Er hat den Motor gebaut und hält die Gruppe zusammen.“ Lippi habe die Mannschaft völlig von der Außenwelt abgeschottet.

Auch Jürgen Klinsmann erfährt viel Lob in diesen Tagen. Auch er schottet sein Team bestmöglich von der Außenwelt ab. Auch seine Mannschaft wurde vor der Weltmeisterschaft hart attackiert. Mehr Gemeinsamkeiten zwischen Klinsmann und Lippi werden schwer zu finden sein.

Marcello Lippi ist vor allem darauf bedacht, mit seinem Team wenig Gegentore zu kassieren. Erst eines musste seine Mannschaft bei der WM bislang hinnehmen. Jürgen Klinsmann dagegen hat mit einigen deutschen Gewohnheiten Schluss gemacht. Es wird mutig gespielt, stets nach vorne. Und es wird offensiv gedacht. „Die Welt hat wieder Angst vor der deutschen Mannschaft“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff nach dem Erfolg im Viertelfinale gegen Argentinien.

Eine deutsche Tradition hat die Mannschaft in dem Spiel gegen die Südamerikaner bewahrt: Nervenstärke im Elfmeterschießen.

Im bisherigen Turnierverlauf hat Klinsmann seine Startformation kaum verändert, ab dem Achtelfinale gar nicht mehr. Für das Halbfinale waren alle Spieler fit – nur Torsten Frings drohte von der Fifa-Disziplinarkommission eine Sperre, weil er den Argentinier Julio Cruz nach dem Abpfiff des Spiels während der Tumulte geschlagen haben soll (bei Redaktionsschluss tagte die Fifa noch).

Den Italienern fehlt Alessandro Nesta wegen einer Adduktorenzerrung, die er sich im Vorrunden-Spiel gegen Tschechien zugezogen hatte. Für ihn wird wohl der nach seiner Rotsperre wieder spielberechtigte Marco Materazzi von Inter Mailand beginnen.

Doch auch ohne Nesta dürfte es für die Deutschen gegen die Italiener schwierig werden. Im Turnierverlauf sind sie noch auf keine Mannschaft gestoßen, die gleichzeitig so destruktiv und konterstark spielt.

Schiedsrichter: Benito Archundia (Mexiko)

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