Zeitung Heute : Deutschland privat Höhere Fernsehnutzung im Osten

Der Tagesspiegel

Die Mediennutzung in Ost- und Westdeutschland bleibt unterschiedlich. Nach einer Studie im aktuellen Heft der „Media Perspektiven“ für die Jahre 1992 bis 2001 laufen die Fernsehgeräte in ostdeutschen Haushalten länger als in westdeutschen. Im vergangenen Jahr betrug die tägliche Sehdauer im Osten 213 Minuten gegenüber 187 Minuten im Westen. Beim Hörfunk ist der Abstand geringer: tägliche Radio-Nutzung Ost 216 Minuten, West 200 Minuten.

Dabei konnten die privaten Fernsehsender in den neuen Bundesländern ihren Anteil an der Sehdauer ausbauen: von täglich 81 Minuten im Jahr 1992 auf 116 Minuten im Jahr 2001. Die öffentlich-rechtlichen Programme blieben mit 84 Minuten annähernd konstant, auffällig ist allerdings die Steigerung der Marktanteile der Dritten Programme der ARD. Die regionalen Angebote der ARD in Fernsehen und Radio haben offenbar in den letzten zehn Jahren an die Erfahrungen und Gewohnheiten der Menschen in den neuen Bundesländern angeknüpft. Sie dienten „daher als wichtiges Bindeglied zwischen der Herkunft der Ostdeutschen und ihrer Ankunft in der neuen Gesellschaft“.

Das mediale Verhalten im Osten führt die Studie auf sozioökonomische Bedingungen zurück. Im Durchschnitt niedrigere Einkommen und höhere Arbeitslosigkeit wirken sich aus auf das finanzielle und zeitliche Budget, das für Medien und Freizeitgestaltung zur Verfügung steht: Das zeitliche Budget ist in ostdeutschen Haushalten höher, das finanzielle geringer als in westdeutschen. jbh

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