Zeitung Heute : Deutschland-Tourismus: Das Internet soll den Aufwärtstrend stärken

Die Deutschen machen immer lieber im eigenen Land und immer häufiger kürzer Urlaub. Der Zuwachstrend des Vorjahres setze sich ungebrochen fort, sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Ursula Schörcher, jetzt in Frankfurt am Main. Gleichzeitig kündigte sie eine Verstärkung der bisherigen Marketingoffensive insbesondere im Internet an, um das "sehr positive Urlaubsimage" Deutschlands weiter auszubauen. Für das laufende Jahr rechnet Schörcher mindestens mit einem Zuwachs der Inlandsnachfrage um acht Prozent und der Auslandsnachfrage um sechs Prozent. Dieser Trend setze sich 2001 fort.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres übernachteten sechs Prozent oder 7,3 Millionen mehr Deutsche in heimischen Hotels als im Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Hauptstadt Berlin (+30,7 Prozent), das "neuentdeckte Küstenland" Mecklenburg-Vorpommern (+23 Prozent) und Bremen (+8,1 Prozent) profitierten von dem Zuwachs. Mit mehr als vier Prozent unter dem Durchschnitt, aber ebenso mit Zuwachsraten gingen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein aus dem Rennen um die Gunst der Erholungssuchenden. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste stieg um 7,1 Prozent.

Mit 54,8 Millionen Urlaubsreisen war 1999 das eigene Land Reiseziel Nummer eins der Deutschen. Weit abgeschlagen in der Gunst deutscher Reisender folgten im vergangenen Jahr Spanien (10,1 Millionen Übernachtungen), Italien (9,0), Österreich (7,8), Frankreich (4,5) und die Niederlande (3,4). Zwar habe Spanien prozentual von 1997 bis 1999 um 38 Prozent zugelegt und Deutschland nur um zwölf Prozent. Die absoluten Zahlen zeigten jedoch, dass Deutschland mit einem Plus von 5,9 Millionen Urlaubsreisen weiter Spitzenreiter vor Spanien (+2,8 Millionen) sei. Österreich habe im gleichen Zeitraum um zehn Prozent (-0,9 Millionen) eingebüßt.

Privatreisen hielten mit 78 Prozent den größten Anteil an der Inlandsnachfrage, sagte Schörcher. Aber auch die Geschäftsreisen legten um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Auch die Buchungen von Pauschalreisen liegen gut im Trend. Seit 1997 stieg ihre Zahl um 28 Prozent auf 3,2 Millionen. Spitzenreiter seien mit 53 Prozent jedoch nach wie vor Individualreisen ohne Vorbuchung, wovon 60 Prozent auf Kurzreisen entfielen.

Carolin Ruh, Marketingleiterin Inland, erläuterte, seit Mitte Januar sei die DZT mit 950 Seiten unter den beiden Internet-Adressen www.deutschland-tourismus.de sowie www.germany-tourism.de vertreten. Durchschnittlich 1,5 Millionen Mal im Monat würden diese besucht. Dabei stoße der Nutzer auf derzeit 2000 Angebote, im kommenden Jahr solle sich diese Zahl verzehnfachen. Dafür werde insbesondere die Zusammenarbeit mit den Landesmarketinggesellschaften und der Wirtschaft weiter verstärkt. Mit Hilfe einer Auswahlmaske finde der Urlaubswillige Pauschalangebote mit Preisbeispielen, getrennt nach Bundesländern und Reisethema, etwa Familien-, Aktiv- oder Kultururlaub.

Nach Auswahl des Angebots sei die Bestellung direkt via E-Mail oder per telefonischer Hotline möglich. Das "Extranet" biete daneben Reisebüros und Reiseveranstaltern passwortgeschützt vielfältige Informationen, etwa Kontaktadressen, und Verkaufshilfen wie Reisebürokataloge der Bundesländer oder einen Übersichtskatalog aller Angebote für 2001.

Den Internetauftritt ergänzten Broschüren, etwa der Event-Guide, der sich mit 700 Angeboten speziell an Jugendliche richte, sagte Ruh. Erstmals auch in englischer Sprache werde auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2001 die Broschüre "Deutschland per Rad entdecken" von DZT und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub präsentiert. Größter Kooperationspartner bleibe die Deutsche Bahn.

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