Zeitung Heute : Deutschlands Nobelhotels: Wachstumskurs - Gewinnsituation 1999 "gut" oder "sehr gut"

Die 200 größten Hotels in Deutschland sehen sich auf Wachstumskurs. Die Betreiber der umsatzstärksten Häuser blicken nach einer Umfrage der Zeitschrift "NGZ - Der Hotelier" optimistisch in die Zukunft und halten die wirtschaftliche Talsohle für durchschritten. 78,4 Prozent der Hoteliers - mehr als jemals zuvor - schätzen ihre Gewinnsituation 1999 als "gut" oder "sehr gut" ein. Vor allem an die Weltausstellung in Hannover knüpfen die Hoteliers trotz Kritik an der schwachen Zimmervermarktung große Erwartungen für das laufende Jahr. Sorgenkinder der Branche bleiben jedoch die neuen Bundesländer: Der Markt hat die Überkapazitäten an Betten noch nicht verdaut, die Preise gingen in den Keller.

Bundesweit kletterten die Zimmerpreise 1999 im Durchschnitt um fünf Prozent auf 209 Mark. Der Umsatz der 200 führenden Häuser stieg nach Angaben der Zeitschrift um 5,7 Prozent auf mehr als 4,7 Milliarden Mark, ohne dass die Kapazitäten vergrößert wurden. Entsprechend gut schnitten die Hotels 1999 ab: 80 Prozent gingen mit einem Plus ins neue Jahr (1998: 67 Prozent). Auch die Zimmerbelegung verbesserte sich leicht um 1,6 Prozentpunkte auf 65,5 Prozent. Achillesferse der Hotellerie bleibt dem Fachorgan zufolge das Personal, es fehlt an geeigneten Mitarbeitern. Im Durchschnitt haben die Hotels 147 Beschäftigte.

Ein West-Ost-Gefälle bleibt: Der Bauboom in den neuen Bundesländern hat zu einem großen Preisdruck geführt. Die Zimmerpreise liegen weit unter Westnivau. Den bundesweit harten Preisdruck führt das Fachblatt auch auf die besondere Wettbewerbssituation in Deutschland zurück. Anders als in Frankreich und Großbritannien konzentriere sich das Geschäft nicht nur auf ein Zentrum.

Der Euro soll daher künftig europaweit Transparenz bei der Preisstruktur schaffen. Einige Hoteliers befürchten den Aufbau neuer Überkapazitäten. Dadurch sei der deutsche Markt in Gefahr, ein Hotelpreis-Billigland zu werden.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!