Zeitung Heute : Dezenter Schick

Was Frau im Büro trägt: Kostüm und Hosenanzug lassen sich frech aufpeppen

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Der Himmel leuchtet blau, die Sonne strahlt, ein beschwingtes Lächeln liegt in der Luft – und diese leichte Frühlingsstimmung spiegelt sich auch im Outfit wider: In dieser Modesaison sind frische und helle Farben angesagt, weiche fließende Stoffe, bunte, klare Muster und vor allem viel Weiblichkeit. Kleider feiern ein Comeback, schmale, körperbetonte Hosen und schicke Blusen. Frau hat die Wahl!

Durch die Kleidung bringt sie ihr Lebensgefühl zum Ausdruck. Beim Shoppen oder Essen gehen kann sie es in vollen Zügen ausleben. Doch: Auch im Beruf ist es wichtig, seine Persönlichkeit durch Kleidung zu betonen, sagen Modeexperten: Das berufliche Outfit soll individuell sein und es soll Spaß machen, sich für das Büro herauszuputzen. Nur sind dabei einige Regeln zu beachten.

Eine Frau kann gemeinhin viel mehr falsch machen beim Anziehen als ein Mann. Für ihn gibt es so etwas wie eine Business-Uniform. Für sie gilt oft: Jacke, Rock und Bluse, möglichst in dunklen Tönen. Nur in einigen Branchen sind die Frauen fein raus. In der Werbung, den Medien und in der Modewelt zum Beispiel gibt es kein Kleiderreglement. Aber auch in anderen Gewerben sind die Regeln nicht mehr so strikt wie früher. Der so genannte Casual Friday, an dem in vielen Firmen anstatt Anzug- und Kostümjacke auch sportliche Varianten erlaubt sind, zeigt, dass es lockerer zu geht und die ungeschriebenen Vorschriften in der Arbeitswelt langsam an Bedeutung verlieren.

Frau kann also ziemlich froh sein, dass ihr so etwas wie die Business-Uniform nicht aufgedrängt wird. Sie kann selbst entscheiden, auf welche Art sie sich kleidet. Es gibt unzählig viele Möglichkeiten schick und attraktiv auszusehen – und sich dabei ganz im Rahmen des Dresscodes zu bewegen. Viele Kleidungsstücke lassen sich hübsch kombinieren. Sogar ein klassisches Kostüm kann man frech aufpeppen und ihm so eine ganz eigene Note geben. Denn: Einheitslook ist auch im Büro völlig out. Kombinieren und ausprobieren ist angesagt.

Wer sich durch Vorbilder anregen lassen möchte, sollte sich die alten Filme von Grace Kelly ansehen. Und auch Fashion à la Jacky Kennedy ist ganz groß im Kommen. Denn: Pencil-Skirts sind wieder in, kombiniert mit schmalen Blazern, die in dieser Saison wieder etwas länger werden – aber unbedingt taillenbetont geschnitten sind. Die Schultern sind wieder etwas stärker betont. Bei den Hosen haben sich die schlanken Schnitte etabliert. Siebenachtel oder dreiviertel, das sind die neuen Längen.

Die Röhre am Arbeitsplatz ist aber, wie Denim ganz generell, umstritten. Es kann zwar schon einmal eine Jeans sein, wenn es der Anlass erlaubt und man nicht gerade in einer Bank arbeitet oder zur Vorstandssitzung geht. Leggings aber sind ein völliges Tabu! Eine schicke Alternative sind tolle Hosenanzüge, die eng geschnitten mindestens ebenso sexy daherkommen. Und man muss sie nicht klassisch mit einer weißen Bluse und Tuch kombinieren. Sie lassen sich zum Beispiel auch sehr gut mit frechen Shirts oder Tops, die mit Kristallen bestickt sind, auflockern. Schick ist in dieser Saison auch das zur Hose getragene Gilet: Ein maskulines Herrenensemble mit einer hübschen Weste betont die Weiblichkeit.

Dezent heißt das Motto der Businessmode: Zwar braucht auch sie den Eyecatcher, Dekorationen werden aber nur subtil eingesetzt. Die Farben trägt man Ton in Ton. Unifarben spielt inzwischen eine größere Rolle als Drucke, die sowieso nur noch in Light-Versionen trendy sind, in klaren Mustern und Formen. Verschwommenes ist out.

Beim Rock galt einmal die Regel: eine Handbreit über dem Knie. Das ist immer noch so. Selbst mit superschlanken Beinen sollte man zum geschäftlichen Meeting nicht mit einem gerade mal Gürtel breiten Rock aufkreuzen. Das ist stillos. Ansonsten aber kann auch die Business-Frau ohne Einschränkung das reiche Angebot an Frühlingsröcken, die mal faltig, mal weit schwingend, schlicht anliegend oder eher locker geschnitten daherkommen, voll ausschöpfen.

Eh und je gehört die Bluse zum Outfit der Geschäftsfrau. In dieser Saison aber ist sie noch gefragter als bisher. In Weiß ist sie ein absolutes Muss in jedem Kleiderschrank, denn sie lässt sich prima zu Rock oder Hose kombinieren. Aber auch farbig oder gemustert hat sie in diesem Frühling und Sommer ihren großen Auftritt. In leicht gecrashtem Stoff ist sie ebenso ein Hingucker wie kurz geschnitten und antailliert oder lang und mit Gürtel. Auch hier gilt allerdings: lieber dezent als zu auffällig. Und auch der Ausschnitt sollte nicht zu tief rutschen. Sonst gibt es statt geschäftlicher Gespräche nur noch bohrende Blicke.

Dabei kommt es auch immer auf den Anlass an, für den man sich kleidet. Geht es zur Vorstandssitzung ist dezenter Schick angesagt. Etwas gewagter und auch schon einmal erotisch kann man beim abendlichen Geschäftsessen auftreten. Wenn im Vorhinein nicht klar ist, in welche Richtung eine Veranstaltung geht, lässt man sich am besten die Option offen – und trägt eine feine Jacke über dem Schulter freien Kleid: Dann ist es möglich, je nach Situation zu entscheiden, ob man weniger Haut zeigen will oder nicht und sie besser auszieht oder anbehält.

Wer im Büro dezent, aber nicht zu langweilig auftreten will, kann sein klassisches Outfit mit wirkungsvollen Accessoires aufpeppen. So bringen die in dieser Saison sehr trendigen Schals und Tücher mit Ringeln und Tupfen Farbe ins Spiel. Bunte Streifen, schwarzweiße Muster oder auch Naturfarben geben dem Business-Dress den individuellen Touch. Besonders edel kommt Feinstrick oder Jersey daher.

Der eklatanteste Fehler, den man beim Outfit machen kann, ist, sich von Kopf bis Fuß im Look eines Designers einzukleiden, in einem Stil und ohne eigenes Zitat, sagen Modeexperten. Guten Stil hingegen zeigt, wer einen einfachen Rollkragenpulli mit einem feinen Designer-Anzug kombiniert.

Auch mit Glamour sollte man sich am Arbeitsplatz zurückhalten. Das heißt aber nicht, dass man ganz darauf verzichten muss, schimmernd und reizvoll daherzukommen. Nur stilvoll und angemessen sollte es sein. So kann man den Glamour mit verschiedenen Accessoires herbeizaubern, mit einer dicken Perlenkette zum Beispiel, mit vielen Armbändern statt eines einsamen Goldkettchens. Auch das ist bereits edler Glamour. Klassischer Business-Look mit persönlicher Note, ruhig ein wenig erotisch, aber nie aufreizend: In einem so kreierten Business-Outfit kann sich Frau gleichzeitig wohlfühlen – und einen imposanten Eindruck hinterlassen.

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