Zeitung Heute : DGB: Forderungen der Ärzte sind unanständig

Berlin - Mit heftiger Kritik hat der Deutsche Gewerkschaftsbund auf die Ärzteforderung nach einer Honorarerhöhung um 4,5 Milliarden Euro reagiert. Vor dem Hintergrund des Armuts- und Reichtumsberichtes sei es „geradezu unanständig, dass die Vertreter der ärztlichen Oberschicht auf höhere Honorare drängen und die Versicherten weiter auspressen wollen“, sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem Tagesspiegel.

Die Arzthonorare seien in der Vergangenheit im Schnitt mehr als doppelt so stark gestiegen wie die Bruttolöhne der Versicherten, betonte Buntenbach. Es sei daher „unangemessen, wenn Ärztefunktionäre den Versicherten erneut milliardenschwere Belastungen aufdrücken wollen, um die ohnehin üppigen Einkommen der Ärzte weiter aufzupeppen“. Und „völlig bizarr“ werde es, „wenn die Ärztevertreter gleichzeitig eine Rationierung von medizinischen Leistungen fordern, weil das Geld für eine umfassende medizinische Versorgung angeblich nicht reicht“.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) versprach beim Ärztetag in Ulm höhere Honorare und auch mehr Geld für die Kliniken. Dass medizinische Leistungen rationiert werden müssten, wies sie jedoch zurück. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe sagte, da stabile Kassenbeiträge zum obersten Ziel erhoben wurden, fehle dem System chronisch Geld. Dies führe nicht nur zur „Ausbeutung der Angehörigen der Gesundheitsberufe“, sondern auch zu „verdeckter Rationierung“. Dafür bedürfe es transparenter Regeln. raw

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