Zeitung Heute : Die acht goldenen Regeln

Eine Expertin rät: Was man essen sollte – und was nicht.

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Die Ernährungswissenschaftlerin Mathilde Kersting gilt als Koryphäe auf ihrem Gebiet und untersucht im Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund die Essgewohnheiten von Familien. Sie hat eine Liste für uns zusammengestellt: Auf welche Leckereien sollten Kinder verzichten? Was dürfen sie essen, ohne schlechtes Gewissen?

1. Gekochte Kartoffeln (70 kcal pro 100 g) statt Pommes Frites (290 kcal/100 g). Entgegen öffentlicher Meinung sind pure, gekochte Kartoffeln keine Dickmacher. Kinder dürfen da reichlich zulangen. Statt Pommes vom Imbiss aber lieber Backofen-Fritten essen – die sind nur einmal vorab fritiert.

2. Gekochter Schinken (193 kcal /100 g) statt Salami (371 kcal/100 g). Beides ist Wurst, aber: gekochter Schinken hat pro 100 Gramm nur 30 Gramm Fett, Salami dagegen 35 und ist weitaus kalorienreicher.

3. Wasser– oder Fruchteis (100 kcal/100 g) statt Milchspeise–Eis (300 kcal/100 g). Wasser- oder Fruchteis enthält kein Fett – Im Gegensatz zum Schokoladeneis, das selbst in kleinen Mengen nicht zu empfehlen ist.

4. Gummibärchen (350 kcal/100 g), oder Russisch Brot (70 kcal/100 g) statt Schokolade (600 kcal/100 g). Hier muss man rechnen: ein Gummibärchen allein hat nämlich nur sieben Kalorien. Und 100 Gramm Gummibärchen – das muss man erst einmal schaffen. Wahrscheinlicher ist, dass man nur eine Hand voll Fruchtgummi verspeist, also nicht mehr als 100 Kalorien. Und Russisch Brot zum Beispiel hat, auch wenn viele es für eine klebrige Süßigkeit halten, gar kein Fett. Anders die Schokolade: fast nur Fett und Zucker, und die Tafel ist sofort verputzt.

5. Biskuitkuchen mit Obst (300 kcal/Stück) statt trockenem Nusskuchen (500 kcal/Stück)

Nusskuchen oder Mohnkuchen werden zwar „trockene“ Kuchen genannt – haben aber viel mehr Kalorien als ein Stück „saftiger“ Erdbeerkuchen. Der nämlich hat kaum Fett, besteht nur aus Früchten, Eiern und Zucker. Ein zweites Stück davon ist noch keine Sünde.

6. Mango (120/Stück) statt Avocado (450/ Stück). Die Avocado ist die Fettbombe unter den Obstsorten. Eine Avocado enthält 47 Gramm Fett, eine Mango nur ein Gramm.

7. Haferflocken–Müsli (200 kcal/ 100 g) mit Milch statt Müsliriegel (150 kcal/ 100 g). Im Müsliriegel ist viel Fett und Zucker – und er enthält kaum Ballaststoffe, die uns satt machen würden. Müsliriegel sind also nichts für „zwischendurch“. Haferflocken dagegen halten uns viel länger satt.

8. Wasser statt Cola (110 kcal/ 0,25 l) und Malzbier (100 kcal/0,25 l). Teilentrahmte Milch (50/0,25 l) statt Milk–Shake (300 kcal/0,25 l). Überflüssige Kalorien nehmen wir natürlich auch über Getränke ein. Selbst Orangensaft hat einen Zuckergehalt von zehn Prozent – und ist kein Durstlöscher! Zum Durstlöschen eignen sich ausschließlich kalorienfreie Getränke, also am besten Leitungswasser oder eine stark verdünnte Obstschorle. Eine Falle: Eiskaffee (415/0,2l). Das ist nicht einfach leckerer Kaffee, sondern in erster Linie kalorienhaltiges Eis.

Aufgeschrieben von Sassan Niasseri

Weitere Empfehlungen für die richtige Ernährung gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., www.dge.de

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