Zeitung Heute : DIE AKP

Die AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) wurde am 14. August 2001 vom jetzigen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und einigen

Mitstreitern gegründet. Erdogan war in den 90er Jahren stellvertretender Vorsitzender der islamistisch ausgerichteten „Wohlfahrtspartei“. Als diese im Januar 1998 vom Verfassungsgericht

verboten wurde, wechselte er zu deren Nachfolgeorganisation, der „Tugendpartei“. Die AKP steht allerdings nicht direkt in der Tradition der früheren islamistischen Parteien. Zumindest nach außen hin vollzog Erdogan einen Bruch und positionierte seine Partei als moderat-islamische Reformkraft der Mitte. Wirtschaftspolitisch verfolgt die AKP einen eher liberalen Kurs, gesellschaftspolitisch tritt sie für die Bewahrung islamischer Werte ein. Wie kein anderer türkischer Ministerpräsident vor ihm öffnete Erdogan das Land gegenüber der EU. Andererseits wird der AKP immer wieder vorgeworfen, sie wolle eine teilweise islamische Rechtsordnung einführen. 2004 zum Beispiel gab es in der AKP den Plan, Ehebruch unter Strafe zu stellen. Nach Protesten im In- und Ausland musste sie das Vorhaben aufgeben. Seit den Wahlen 2002 stellt die AKP eine Alleinregierung in der Türkei. Damals hatte sie 34,3 Prozent der Stimmen und die absolute Mehrheit der Mandate erhalten. Bei den Wahlen im vergangenen Sommer steigerte sie sich auf 46,6 Prozent.

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