Zeitung Heute : Die Akzeptanz für den Ereignis- und Dokumentationskanal steigt

Joachim Huber

Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, hat drei Jahre nach seiner Geburt kleine Flügel bekommen. Die Akzeptanz steigt, der Bildschirm- und der Internetauftritt werden verfeinert und ausgebaut. "Wir haben es geschafft", bilanzierte ARD-Programmgeschäftsführer Klaus Radke bei der Pressekonferenz am Montag in Berlin. In den 76 Prozent der Fernsehhaushalten mit Phoenix-Empfang lag der Marktanteil im ersten Quartal 2000 bei 0,5 Prozent; nach Sender-Angaben schalteten 1999 durchschnittlich 1,80 Millionen Zuschauer mindestens eine Minute pro Tag das Programm ein. Der ZDF-Programmgeschäftsführer Alexander von Sobeck begründete die positive Entwicklung mit "Kosovo-Krieg, dem Wahljahr 1999 und natürlich der Parteispendenaffäre". Die Top-Quote im letzten Jahr erzielte mit 2,26 Millionen Sehern die Übertragung der Bündnisdelegierten-Konferenz von Bündnis 90/Grüne im Mai 1999. Unter den Zuschauern finden sich laut Sender vor allem "Multiplikatoren und Info-Interessierte".

Auch in seinem vierten Jahr will das 24-Stunden-Programm bei seinen "drei bewährten Schwerpunkten bleiben": "40 Prozent Ereignis-Übertragungen, 40 Prozent Dokumentationen, 20 Prozent hochklassige Gesprächssendungen" (Sobeck). Speziell bei den mehrstündigen Live-Flächen will Phoenix künftig mehrere Veranstaltungen gleichzeitig berücksichtigen, um sich verstärkt auf die interessanten Abschnitte konzentrieren zu können. Seit gestern ist ein weiterer Service hinzugekommen. Am rechten unteren Bildband werden unter den Inserts auch Laufbänder mit Programminfos und Nachrichten eingeblendet. "Da stehen wir allerdings erst am Anfang", dämpfte Alexander von Sobeck all zu große Erwartungen - bei einem Sender mit 60 Millionen Jahresetat sind nur kleine Schritte drin.

Auf- und Ausbauarbeiten betrafen auch den Internet-Auftritt (www.phoenix.de), der bisher dürftig war. Neben "zehn Stunden Live-Fernsehen" stellte der ZDF-Programmchef den "Link-Katalog zu politischen Themen und Institutionen" heraus. Von Sobeck wie sein ARD-Pendant Klaus Radke betonten die nachhaltige Unterstützung von Phoenix durch die Mutterhäuser.

Für Juli/August kündigten die Programmgeschäftsführer den Umzug der Senderzentrale aus dem WDR in Köln nach Bonn ins ehemalige ZDF-Studio an, das dann gemeinsam von ZDF und WDR betrieben wird. Warum nicht nach Berlin? Von Sobeck nannte "die Nähe zur EU in Brüssel und das föderale Prinzip". Nicht alles, was am Rhein ist, muss nach dem Willen von WDR und ZDF an die Spree.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben