Zeitung Heute : Die anderen reden

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Was wird heute wichtig?

Schlimmer hätte es für die Veranstalter des Petersburger Dialogs kaum kommen können: Heute beginnt in Hamburg das deutschrussische Gesprächsforum, an dem rund 160 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur teilnehmen – doch zwei Tage vorher sagte der russische Präsident Wladimir Putin ab. Mit Kanzler Gerhard Schröder hatte er das Gesprächsforum ins Leben gerufen, das vor drei Jahren zum ersten Mal in St. Petersburg zusammenkam. Der Auftritt von Putin und Schröder am Freitag hätte Abschluss und Höhepunkt des zweitägigen Programms werden sollen. Umso mehr, als sie ein Abkommen zum Jugendaustausch unterzeichnen wollten. Das wäre für den Petersburger Dialog ein wichtiger Schritt gewesen: War dem Forum doch vorgeworfen worden, trotz hochrangiger Teilnehmer wenig neue, konkrete Ergebnisse zu bringen. Zweck der Treffen war es, die Zivilgesellschaften beider Länder miteinander ins Gespräch zu bringen. Doch unter „Zivilgesellschaft“ verstehen Deutsche und Russen jeweils etwas anderes. So hofften deutsche Teilnehmer bisher vergeblich, dass die russischen Veranstalter auch Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen einladen würden. Zumindest einige der deutschen Gäste legen Wert darauf, in Hamburg auch kritische Themen wie Tschetschenien anzusprechen. Die Ereignisse in Beslan werden in jedem Fall eine Rolle spielen: In letzter Minute ist es den Veranstaltern gelungen, den Kinderarzt Leonid Roschal einzuladen, der im Geiseldrama vermittelt hatte. Zur Arbeitsgruppe „Kampf gegen Terrorismus und Einschränkung der bürgerlichen Rechte“ haben sich indes nur drei russische Teilnehmer angemeldet. vs

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