Zeitung Heute : Die Betriebssyteme im direkten Vergleich

Mehr Infos unter<p> www.ecliptic.ch Thu Mac.htm

Welches Betriebssystem ist sicherer und weniger anfällig gegen Angriffe von außen: Microsofts Windows oder die Konkurrenz Mac-OS von Apple? Diese Frage wird so emotional und verbissen geführt wie die, welche Lokomotiven welcher Modelleisenbahnhersteller dem Original am nächsten kämen.

Sicher und unumstritten ist: Da die meisten Rechner mit Software von Microsoft laufen, werden Viren und Trojanische Pferde eher für dieses Betriebssystem geschrieben. Virtuelle Hooligans sorgen so dafür, dass ihr zerstörerisches Werk mehr Computer erreicht, sie mehr Rechner manipulieren können als wenn sie versuchten, auf die Apple-Produkte zuzugreifen.

Microsoft-Explorer auch in Mac-Version

Wer mehr Sicherheit haben will, muss drei Ebenen unterscheiden. Die erste ist das Betriebssystem des Rechners. Die zweite die Konfiguration des Netzwerks, dem der Rechner online angeschlossen ist. Und schließlich kann auch die benutzte Software, vor allem die Einstellungen des Browsers und des jeweiligen E-Mail-Programms, die entscheidende Tür dafür sein, "Angreifer" einzulassen. Microsoft verkauft seinen Explorer auch in einer Macintosh-Version. Ein Apple-Nutzer, der Outlook Express benutzt, um E-Mails zu schreiben, könnte ebenso leicht Opfer von Datenspionage werden. Auch das Programm Office kann über die verbreiteten Makro-Viren auf einem Macintosh-Rechner, auf dem es installiert ist, erheblichen Schaden anrichten.

Windows-Systeme in der Netzwerkverwaltung haben zahlreiche Sicherheitslücken. Microsoft veröffentlicht fast wöchentlich neue "Patches", um diese Lücken zu schließen. Das prinzipielle Microsoft-Problem: Software und Betriebssystem kommunizieren auf eine Art und Weise miteinander, die einen Schutz gegen unbefugte Zugriffe schwer zu macht. Eine Attacke sogar auf die Hardware von außen, falls der Rechner online geht, ist bei Windows nicht auszuschließen. Die US-Army hat aus diesem Grund ihre Windows NT-Rechner gegen Computer mit Mac-OS ausgetauscht. Das World Wide Web Consortium stellt Macintosh-Netzwerken hevorragende Zeugnisse aus.

Voreinstellungen per Hand ändern

Das beste Netz nützt nichts, wenn der Besitzer eines Rechners mit Software umgeht, die zu Attacken geradezu einlädt. Auch die Voreinstellungen der Browser-Versionen von Microsoft für Apple müssen "per Hand" verändert werden. Wer das unterlässt, der wird von Cookies bombardiert, die sein Verhalten ausspionieren und sein Profil unbemerkt an die Betrieber von Webseiten weiterleiten. Wer das plattformunabhängige Java oder Javascript eingeschaltet lässt, dem kann von einem böswilligen Webdesigner Ungemach drohen, trotz eines vermeintlich sicheren Macintosh-Rechners.

Vielleicht liegt der Grund, warum Windows-Systeme unsicherer sind, aber auch in einem Grundmotiv menschlichen Handelns - der Faulheit. Thomas Hürlimann, Art Direktor mehrerer Computerzeitschriften in der Schweiz und begeisterter Macintosh-Besitzer, sagt, dass Apple-Nutzer weniger Programmierkenntnisse hätten, denn die brauchten sie nicht, um produktiv mit einem Apple-Rechner zu arbeiten. Wer seinen Computer nicht ständig reparieren muss, lernt weniger gut, auch schädliche Dinge zu konstruieren. BURKHARD SCHRÖDERMehr Infos unter

www.ecliptic.ch/Thu/Mac.htm

www.tidbits.com/tb-issues/lang/de/tidbits-de-465.html

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben