Zeitung Heute : Die Botschaft hat gekündigt

Das Amerika-Haus war 50 Jahre lang Ort des Dialogs, seine Zukunft ist nun ungewiss

Harald Olkus

Nachdem die Botschaft der USA den Mietvertrag für das Amerika-Haus in der Hardenbergstraße gekündigt hat, beginnt nun die Diskussion über die weitere Nutzung des Gebäudes. Nach Auskunft des Liegenschaftsfonds Berlin gibt es mehrere Interessenten für das 1956/57 als Kultur- und Informationszentrum der USA errichtete Haus.

Die Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf wollen dort ein Museum über die Geschichte der Studentenbewegung errichten. Am 2. Juni 2007 jährt sich der Todestag von Benno Ohnesorg, der während einer Demonstration an der Deutschen Oper von einem Polizisten erschossen wurde, zum 40. Mal.

Und auch die US-Botschaft will sich zusammen mit dem Freundeskreis des Amerika- Hauses an der Diskussion über die Zukunft des Gebäudes beteiligen, sagt Anne M. Chermak, Gesandte und Botschaftsrätin für öffentliche Angelegenheiten. Während die Mitarbeiter vorübergehend in die Außenstelle der US-Botschaft in Zehlendorf umziehen, bevor sie ihren Platz in der neuen Botschaft am Pariser Platz einnehmen, gehen die Programme und Aktivitäten ohne Unterbrechung weiter, sagt die Botschaftsrätin. Die Kündigung des Amerika-Hauses sei Teil der „Konsolidierung der Geschäftsbereiche der Botschaft“. Das Amerika-Haus diente fast 50 Jahre lang als Zentrum für Informationen über Gesellschaft, Politik und Kultur der Vereinigten Staaten und als Ort des Dialogs.

Aber auch ohne das Gebäude in der Hardenbergstraße werde die US-Botschaft den Dialog in Berlin „lebendig und aktiv“ fortführen, sagt Anne M. Chermak. Die Partnerschaft mit Instituten wie der American Academy und dem Aspen Institute soll ausgebaut werden. Auch das kulturelle Engagement werde beibehalten. Neben Stipendien und Ausstellungen unterstützte die Botschaft den amerikanischen Tänzer Daniel Lepkoff in der Tanzfabrik, die Fotoausstellung von Annie Leibowitz in der c/o Galerie, die Berlin Biennale in der Auguststraße und den Talent Campus der Berlinale.

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