Zeitung Heute : Die Ehrgeizige

Foto: Mike Wolff
Foto: Mike WolffFoto: Mike Wolff, TSP

Die CDU-Politikerin aus Niedersachsen wähnte sich schon einmal kurz vor dem Einzug ins Schloss Bellevue. Im Juni 2010 galt sie kurze Zeit als Favoritin für das Amt der Bundespräsidentin, doch dann entschied Bundeskanzlerin Angela Merkel sich doch für Christian Wulff als schwarz-gelben Kandidaten. Dass sie gesellschaftspolitische Debatten anstoßen kann, hat Ursula von der Leyen in ihrer Zeit als Familienministerin bewiesen. Damals führte sie nicht nur das Elterngeld ein, sondern modernisierte nebenher die Familienpolitik der CDU. Einen unabhängigen Kopf zeigt die Arbeitsministerin auch bei ihrem hartnäckigen Einsatz für eine Frauenquote in der Wirtschaft. Mit ihren ehrgeizigen Alleingängen stößt sie allerdings manchmal auch Parteifreunde vor den Kopf.

Als überparteiliche Kandidatin ist Leyen allerdings nicht wirklich geeignet. Die 53-jährige Ärztin wäre zwar die erste Frau an der Spitze des Staates – und SPD und Grüne betonen gern immer wieder, dass die Zeit reif wäre für eine Bundespräsidentin. Doch als Kabinettsmitglied ist Leyen Teil der amtierenden schwarz- gelben Bundesregierung. Sie kann zudem kein inhaltliches Projekt anbieten, das über die Lagergrenzen hinweg verbindet. ce

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