Zeitung Heute : Die eidgenössische Tourismusbranche hat sich verschätzt - es droht das schlechteste Geschäft des Jahrzehnts

Die Schweizer Tourismusbranche rechnet mit dem schlechtesten Weihnachtgeschäft seit zehn Jahren. Die Reiseveranstalter hätten das Geschäft mit dem Millenniumswechsel falsch eingeschätzt, sagte Hans Lerch, der Chef des größten Schweizer Reiseveranstalters Kuoni, jetzt in einem Interview der Wochenzeitung "Finanz und Wirtschaft".

Wie jedes Jahr habe sich die Reisebranche von Weihnachten und Neujahr ein gutes Geschäft erhofft. "Doch dem ist überhaupt nicht so", stellte Lerch fest. Er begründete die ungünstigen Erwartungen zum einem mit einem überheizten Preisgefüge; gewisse Hotels hätten die Zimmerpreise mehr als verdoppelt und die Veranstalter hätten ihre eigenen Margen ebenfalls erhöht. "Der Kunde war jedoch nicht gewillt, diese Preise zu bezahlen", fügte er hinzu.

Nicht wegzudiskutieren sei auch eine gewisse Flugangst über den Jahreswechsel auf Grund der Diskussionen über das Jahr-2000-Problem. Als weiteren Punkt für die schwache Nachfrage nannte er den Umstand, dass in der Industrie und speziell in der Dienstleistungsbranche große Teile des Personals Urlaubssperre hätten. Darum seien für diese Beschäftigten Auslandferien nicht möglich.

Schweiz-Tourismus hingegen verstärkt seine Anstrengungen, mehr Reisende ins Land zu ziehen. Die Urlaubswerber haben für potenzielle Besucher des Alpenlandes eine weltweit einheitliche Telefonnummer eingerichtet. Unter 008 00 / 10 02 00 30 können Interessierte aus Europa jetzt kostenfrei täglich zwischen 8 und 21 Uhr Informationen erhalten und ihre Schweiz-Reise buchen. Vom 1. Januar an soll dieses Angebot auf Asien und Amerika ausgedehnt werden. Der "Rest" der Welt wird Mitte 2000 folgen. Unter 008 00 / 10 02 00 31 kann auch kostenlos gefaxt werden.

Darüber hinaus hat Schweiz-Tourismus seinen Internet-Auftritt stark renoviert. Unter www.meineschweiz.de sind mehr als 1000 Hotels und etwa 100 Pauschalreisen online buchbar. Ziel ist es, im kommenden Jahr mehr als 60 000 Logiernächte über das Internet zu generieren. AP / Tsp

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