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Der Tagesspiegel

„Die Umsetzung der Neuregelung in den Schulen ist problemlos erfolgt.“ Die Lehrer sehen eine Erleichterung im Unterricht, ihre Zustimmung betrage meist über 90 Prozent. Bei den jüngsten Schülern ist die Zustimmung am grö ßten. In höheren Jahrgangsstufen, die noch die alte Rechtschreibung gelernt haben, ist die Zustimmung geringer. Minderheiten von einem Viertel haben ein kritisches Urteil, wollen aber „keine Rückkehr zur früheren völligen Unübersichtlichkeit der Getrennt- und Zusammenschreibungen mit ihren zahleichen Einzelfestlegungen.“

In den Behörden haben die Länder die neue Rechtschreibung in den meisten Fällen mit Varianten eingeführt. Das gilt seit 1998 auch für die Schweiz und Österreich.

Die Nachrichtenagenturen sind der neuen Rechtschreibung gefolgt, haben aber angebotene Varianten abgelehnt und Festlegungen getroffen, die zum Teil am Gewohnten festhalten – vor allem bei der Schreibung von Fremdwörtern.

Der ganz überwiegende Teil der deutschen, österreichischen und der schweizer Tageszeitungen hat sich auf die neue Rechtschreibung eingestellt.

Die Bundesländer haben inzwischen 66 bis 80 Prozent der Schulbücher in der neuen Rechtschreibung angeschafft.

„80 Prozent der Verlage publizieren in der neuen Rechtschreibung.“ Ausnahmen sind Autoren und Dichter der anspruchsvollen Literatur, die auf der alten Rechtschreibung bestehen. Generell werden Kinder-, Jugendbücher und Fachliteratur in der neuen Schreibweise publiziert.

Bei den Wörterbüchern hat es Angleichungen der Regeln zwischen Duden-Verlag, Bertelsmann und dem Ö sterreichischen Wörterbuch gegeben, so dass Irritationen über unterschiedliche Schreibungen geringer werden.

„Die kundenorientierten Texte von Banken, Versicherungen und Bahn sind ausnahmslos in neuer Rechtschreibung verfasst.“ Je potenter ein Unternehmen ist, umso zuverlässiger sei die Umstellung auf die neue Rechtschreibung erfolgt. Bei Postwurfsendungen gebe es dagegen weiterhin Mängel.

U.S.

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