Zeitung Heute : Die Fahrgäste haben mitgeplant

Die wichtigsten Fragen zum neuen Verkehrskonzept BVG 2005 plus

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Was sind MetroLinien?

Herzstück des neuen Verkehrskonzepts sind die 24 neuen BVG MetroTram und MetroBus-Linien. Sie sollen die Linien der S- und U-Bahn ergänzen und werden auf den wichtigsten Verkehrsachsen eingesetzt, die von den S- und U-Bahnlinien bisher nicht bedient werden. Die MetroLinien verkehren 20 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und fahren tagsüber mindestens im Zehn-Minuten-Takt. Ergänzt wird dieses Kernnetz durch die zwölf ExpressBuslinien. Natürlich ist auch weiterhin für die breite Flächenerschließung gesorgt. Insgesamt 135 weitere Bus- und Straßenbahnlinien garantieren einen effizienten Öffentlichen Personennahverkehr im mindestens 20-Minuten-Takt mit guten Verknüpfungen für alle Berlinerinnen und Berlinern sowie Gästen der Stadt.

Was steckt dahinter?

Berlin lebt. Und weil das so ist, verändern sich auch die Verkehrsströme der Stadt mit der Zeit. Die BVG hat sich überlegt, wie sie mit den Anforderungen unserer Metropole und den täglich 2,4 Millionen Fahrgästen besser nachkommen kann. Herausgekommen sind die MetroBusse und MetroTrams. Neue, schlaue Linien, die den Berlinern helfen werden, ihre Ziele noch schneller als bisher zu erreichen.

Warum BVG2005 plus?

Die BVG befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Sanierungsprozess – an der Effizienzsteigerung und Kostensenkung wird hart gearbeitet. Auch die Steigerung der Erlöse ist ein erklärtes Ziel - hierzu ist ein denKundenbedürfnissen noch besser gerecht werdendes Angebot erforderlich. Bisher hatte die BVG hier Schwächen. Das Angebot wurde über Jahre hinweg „administriert“ und lediglich fortgeschrieben. Die Erfahrungen in anderen Städten wie Hamburg und Kopenhagen zeigt, dass ein kundenorientierter Neuzuschnitt des Angebots mit Hervorhebung besonderer Produkte positive Effekte hat und möglich ist.

Wer hat geplant?

Grundlage des Konzepts ist die bisher umfangreichste Verknüpfung von Marktforschung, Fahrgastzählung, der Analyse von Verkehrsströmen und Auslastung. Von April bis Juli 2004 wurden 24000 Berliner nach ihrer Meinung gefragt und haben damit aktiv an der Verkehrsplanung und damit der Planung der MetroLinien teilgenommen.

Was wollen die Kunden?

Die Umfrage unter den Fahrgästen hat ergeben: Ein kurze Reisezeit macht den Nahverkehr attraktiv. Für 77 Prozent ist das der kaufentscheidende Faktor. Selbst Kriterien wie Sicherheit und Sauberkeit sind viel weniger entscheidend. Zusatzkomfort wie 1. Klasse ist dagegen kein Thema.

Für wen verändert sich was?

37 Prozent der Berliner – das sind immerhin 1,2 Millionen – werden ab 12. Dezember ein verbessertes Angebot vorfinden, für 58 Prozent ändert sich nichts. Nur für fünf Prozent der Berliner reduziert sich das Angebot. Das neue Kernnetz mit seinen MetroLinien wird 87 Prozent der Berliner erfassen, mit S- und U-Bahn sind es bislang lediglich 73 Prozent.

Muss ich häufiger umsteigen?

Praktisch nicht. Statistisch werden es statt bislang 1,14 Umsteigevorgänge pro Fahrt in Zukunft 1,18 sein. Auf den meistbefahrenen Strecken werden die Umsteigevorgänge sogar reduziert. Gleichzeitig wird sich die Wartezeit der Umsteiger um durchschnittlich 2,8 Prozent verringern, weil die Takte auf den wichtigen Achsen sich verdichten, so dass die durchschnittliche Reisezeit verringert sich um 1,3 Prozent.

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