Zeitung Heute : Die Führung der Buchverlage wird nach New York verlegt

Angesichts der fortschreitenden Internationalisierung des Verlagsgschäfts plant die Bertelsmann AG eine Neustrukturierung ihres Buchgeschäfts. Ab April 2000 wird es die jetztige Bertelsmann Buch AG nicht mehr geben. Stattdessen sollen die Buch-Clubs und das Internetgeschäft im neu zu schaffenden Vorstandsressort Bertelsmann Direkt zusammengefasst werden. Das Vorstandsmitglied Klaus Eierhoff wird das Ressort aus der Zentrale in Gütersloh leiten. Die Führung der Buchverlage und damit auch die Aufsicht über alle deutschen Verlage wird dagegen nach New York verlegt. Nachfolger von Buch-Chef Frank Wössner, der dann in den Ruhestand tritt, soll Peter Olson werden, der zur Zeit bereits den Bertelsmann Verlag Random House leitet. Mit Olson würde zum ersten Mal ein Ausländer in den Vorstand der Bertelsmann AG berufen werden. Sprecher des Unternehmens betonten, dass die publizistische Unabhängigkeit der deutschen Verlage auch nach der Verlagerung des Buch-Vorstands gesichert sei. Die deutschen Bertelsmann-Verleger werden weiterhin selbst "entscheiden, was sie verlegen", so die Pressesprecherin der Buch AG, Friederike Harmgarth. Auch sei an eine Verlegung der Lektorate von Verlagen wie Goldmann oder Siedler nach Amerika nicht gedacht. Die Verlegung des Buch-Vorstands sei lediglich eine operative Maßnahme, die der Tatsache Rechnung zollt, dass schon heute 70 Prozent des Buch-Umsatzes von den amerikanischen Verlagen bestritten wird. Auch der neue Name des Unternehmensbereichs Buch wird amerikanisch: Ab April 2000 werden die gesamten Buchverlags-Aktivitäten von Bertelsmann unter dem Namen "Random House" firmieren.

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