DIE GASTROKRITIK : Speisen mit den Göttern

Das prämierte Restaurant Namaskar bietet indische Köstlichkeiten

Daniela Martens

Von Daniela Martens

Der Elefantengott Ganesh trägt einen prunkvollen Sonnenschirm. Er steht gelassen auf dem Tresen des indischen Restaurants Namaskar in Wilmersdorf und begrüßt würdevoll die Gäste. An seiner Seite: vier goldene Statuen, die ein bisschen wie der Oscar aussehen, der „Gastro-Award“.

Der Stolz auf den Erfolg ist auffällig. Aber kann der Koch das Versprechen, etwas besonders Gutes zu liefern, auch einhalten? Um es vorwegzunehmen: Er kann. Schon die Speisekarte ist so umfangreich, dass die Wahl durchaus schwer fällt.

Als kleine Entscheidungshilfe dienen Zeichnungen von Kochmützen hinter den Gerichten: Eine bedeutet „Empfehlung des Chefkochs“, zwei „in Indien prämierte Gerichte des Meisterkochs Arvind Bhargav“. Diese Kennzeichnung trifft auf das „Gosht Badaami Tikka“ zu – Lammfilet, mariniert in einer Joghurt-Mandel-Kardamomsauce (18,60 Euro). Und tatsächlich, das Lamm ist unglaublich zart. Das vegetarische Gericht „Safrani Paneer“, indischer Käse mit Gemüse in einer Cashew-Mandel-Safran-Sauce (12,25 Euro) ist so üppig portioniert, dass man nach der Hälfte des Gerichts pappsatt ist – zumindest, wenn man noch eine Vorspeisenplatte bestellt hat (für zwei Personen 14,95 Euro).

Die frittierten Kleinigkeiten wie Paneer, Samosa-Teigtaschen und Gemüsestücke sind wie alles in diesem Restaurant etwas besser als oft beim „Inder um die Ecke.“

Vielleicht liegt der Erfolg ja auch an dem kleinen Altar, der in einer Nische neben dem Tresen ein wenig versteckt ist: Dort werden verschiedenen kleinen indischen Gottheiten aus Messing Kiwis, Walnüsse und Litschis dargebracht – ebenso liebevoll drapiert wie die Speisen für die Gäste.

— Pariser Straße 56-57, Tel. 8868 06 48, Di. bis So. 12-24 Uhr, Mo. ab 17 Uhr

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