Zeitung Heute : Die große Frische

Stand für Stand ein Vergnügen: Die Markthalle Tegel gibt es seit gut 100 Jahren

Rainer W. During

Wer hier keinen Appetit bekommt, ist selber schuld. Die Markthalle des Tegel-Centers bietet auf 2000 Quadratmetern kulinarische Vielfalt. Fleisch- und Wurstwaren, Geflügel, Käse, Obst und Gemüse – der Kunde hat die Qual der Wahl.

„Wir setzen auf persönliche Bedienung und tägliche Frische“, sagt Dirk Prenzel, der die Halle bereits in der vierten Generation betreibt. Vor 101 Jahren war es Urgroßvater Oswald, der den ersten privaten Markt in Tegel gründete – damals noch unter freiem Himmel. Als dann Anfang der 70er Jahre das Tegel-Center entstand, wurde der Marktplatz überbaut. Seitdem befinden sich die Stände in der Halle.

Mehr als 50 Betriebe sind hier zu Hause. „Und alle Geschäfte werden von den Inhabern geführt“, sagt Dirk Prenzel. Obwohl sich inzwischen in der Nachbarschaft alle großen Discounter angesiedelt haben, sind die Stammkunden den Markthändlern treu geblieben. Qualität und ein freundliches Wort behielten eben ihren Wert, ist der Betreiber überzeugt. Statt dreier Angestellter im Riesensupermarkt kümmerten sich in der Halle rund 150 Mitarbeiter um die Belange der Besucher. „Wir suchen immer nach Spezialisten, um uns von allen anderen abzuheben“, sagt Prenzel. Sonderveranstaltungen wie etwa der Besuch der Beelitzer Spargelkönigin trügen zur Attraktivitätssteigerung bei.

Prenzel, gebürtiger Kölner, kam vor achteinhalb Jahren in den Berliner Norden, um die Leitung der Markthalle von seinem Vater zu übernehmen. Längst ist er Tegeler aus Überzeugung. „Ein schöner, ruhiger Bezirk, als Wohnort sehr angenehm“, sagt er über seine Wahlheimat. Nicht umsonst ströme an Wochenenden „halb Berlin“ nach Tegel, ist er überzeugt.

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