Zeitung Heute : Die Herkunft wird deutlich betont Nichts als Blaufränkisch: „Mittelburgenland DAC“

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Seit 2002 haben Österreichs Weinbaugebiete die Möglichkeit, ihre regionstypischen Weine unter dem Siegel DAC zu vermarkten, das für ein Appellationssystem nach internationalem Vorbild steht. Der Veltliner aus dem Weinviertel hat den Anfang gemacht - nun folgt als erstes Rotweingebiet Österreichs das Mittelburgenland dieser Strategie und präsentiert ab dem Jahrgang 2005 typische Blaufränkisch-Weine unter dem Namen „Mittelburgenland dac“. Eine gehaltvollere Variante wird die Zusatzbezeichnung „Reserve“ tragen.

Die Weinwirtschaft setzt damit ihre Strategie der intensiveren Betonung von Herkunftsweinen mit klaren Geschmacksbotschaften fort: „Die zunehmende Industrialisierung der internationalen Weinwirtschaft verlangt von Österreich eine klare Positionierung“, sagt Michael Thurner, der Geschäftsführer der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM), „in Österreich stehen Terroir, Handarbeit und die Herkunft beim Wein im Vordergrund.“

Seit Juli 2002 erlaubt das österreichische Weingesetz, Qualitätsweine mit typisch regionaler Herkunft und klarem Geschmacksprofil unter der Bezeichnung des Weinbaugebiets und dem Zusatz „DAC“ zu vermarkten. Das Regionale Weinkomitee Burgenland hat sich entschieden, herkunftstypische Rotweine aus dem Mittelburgenland ab dem Jahrgang 2005 unter dieser Bezeichnung auf den Markt zu bringen. Da die traditionelle Rebsorte Blaufränkisch dort einen Flächenanteil von über 55 Prozent hat, lag es nahe, auch nur geschmackstypische Weine aus dieser Rebsorte unter dem DAC-Siegel anzubieten. Alle anderen Weine können weiterhin als Qualitätsweine unter der Herkunftsbezeichnung Burgenland verkauft werden.

Mittelburgenland – nicht Burgenland. Lange Zeit wurde im Weinbaugebiet Burgenland über eine Gesamtlösung „Burgenland DAC“ diskutiert. Dies scheiterte jedoch an der Vielfalt der Weinstile in den Gebieten und an der Verschiedenartigkeit der Regionen. Anton Iby, der Obmann des regionalen Weinkomitees, sagt klar: „Der Blaufränkisch ist unsere Rebsorte, nirgendwo in Österreich ist so viel von dieser autochthonen Rebsorte zu finden wie bei uns im Mittelburgenland. Es ist logisch und aus der Tradition nur konsequent, dass wir uns über diese Rebsorte am Markt positionieren.“ Für den Jahrgang 2005 rechnet Iby mit über 800 000 Flaschen von 42 Winzern.

„Mittelburgenland DAC“-Weine müssen aus der Rebsorte Blaufränkisch gekeltert werden, einen Mindestalkoholgehalt von 12,5 Prozent und einen Restzucker von maximal 2,5 g/l aufweisen. Weine mit der Bezeichnung, die ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres auf den Markt kommen, dürfen im Stahltank oder im großen Holzfass ausgebaut werden und besitzen keinen Barriqueton; sie dürfen auch den Zusatz „Classic“ tragen.

Lagen oder Markennamen sind bei dieser ersten Stufe in Verbindung mit einem kräftigeren Weinstil und einem möglichen Ausbau in gebrauchten Barriques erlaubt. Die zweite Stufe „Mittelburgenland Reserve DAC“ umfasst Weine, die auch in neuen, kleinen Holzfässern ausgebaut werden dürfen und erst ab dem 1. März des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden. Tsp

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