Zeitung Heute : Die Ikone Darwins

D. Unwin W.-D. Heinrich

Als die Dinosaurier vor 150 Millionen Jahren die Erde bevölkerten und die mausgroßen Vorfahren des Menschen in Felsspalten hausten, flatterte ein seltsames Lebewesen am Himmel. Sein Steckbrief: Federkleid, kleine spitze Zähne, hakenförmige Fingerkrallen und ein Schwanz mit Wirbeln. Archaeopteryx („alter Flügel“) ist der älteste bekannte Vorfahre der Vögel.

Das Skelett von Archaeopteryx stimmt in fast allen Einzelheiten mit kleinen räuberischen Dinosauriern aus der Jurazeit überein. Ebenso sind Merkmale der Vögel vorhanden. Damit wird der Urvogel als Zwischenform zum besten Beleg für die Abstammungslehre. Er beweist, dass die Vögel von den Dinosauriern abstammen. Da sowohl lebende als auch ausgestorbene Zwischenformen selten sind, hat der Archaeopteryx für alle biologischen Wissenschaften eine große Bedeutung.

1876 wurde der Berliner Vogel in einem Steinbruch bei Eichstätt in Bayern entdeckt. Da er von den bekannten Skeletten am besten erhalten ist, wurde er zu einer Ikone für den Entwicklungsgedanken Darwins.

Alles bekannt ist über den Archaeopteryx dennoch nicht. Nach Ostern dieses Jahres wollen Berliner Paläontologen den Urvogel in ultraviolettes Licht tauchen, um Strukturen zu untersuchen, die man im gewöhnlichen Licht bisher nicht erkennen konnte.

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