Zeitung Heute : Die Jobs von morgen

ROLAND KOCH

Ein Arbeitsmarkt im Wandel - so muß die Situation im Bankgewerbe momentan beschrieben werden. Die Globalisierung des Geschäfts, Fusionen großer Unternehmen und eine zunehmende Technisierung sind nur einige der Faktoren, die für Bewegung in dieser Branche sorgen. Das schlägt sich in den beruflichen Anforderungen nieder.

Die klassischen Einstiegswege ins Bankerleben sind nach wie vor die Ausbildung zu Bankkaufleuten oder ein wirtschaftsorientiertes Hochschulstudium. Die Banken selbst bieten einigen Bewerbern auch die Möglichkeit einer Ausbildung an der Berufsakademie. Das ist eine dreijährige Alternative, eine Mischung aus Praxis und Theorie mit dem Abschluß eines Diplom-Betriebswirts. Aber hierfür sind ebenso wie bei den Ausbildungsplätzen die Bewerberzahlen hoch, die Anzahl der zu vergebenden Plätze gering. Wer sich gegen die zahlreichen Mitbewerber behaupten will, muß sich allerdings in der Regel auf ein umfangreiches Auswahl- und Testverfahren gefaßt machen.

Anders sieht es im EDV-Bereich aus. Hier gibt es zur Zeit eine große Nachfrage nach Spezialisten. Diese Situation wird durch das Jahr-2000-Problem und die Euro-Einführung zusätzlich angeheizt. "Auch der Bereich des Telefon-Bankings boomt", sagt Frank Wolf, Fachsekretär Banken der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen (HBV). "Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten im Bankengewerbe in Deutschland aber leicht rückläufig. Sie ist von 479 500 im Jahr 1995 auf 471 000 in 1998 gesunken." Die Tendenz soll sich fortsetzen.

Auf dem veränderten Markt finden sich aber auch Chancen für Absolventen aus Studienrichtungen, die auf den ersten Blick nicht viel mit dem Bankgeschäft zu tun haben. Exoten, wie Geistes- oder Sozialwissenschaftler sind in den Personal-, Presse- oder Marketingabteilungen der Banken zu finden. Die für diese Bereiche nötigen Fachkompetenzen lassen sich im Job erwerben.

Generell konstatieren Experten einen Abbau einfacher Tätigkeiten. Qualifizierte Fachkräfte hätten dagegen auch in Zukunft gute Perspektiven im Bankengeschäft. Über Anforderungen und Chancen informieren morgen am Karriere-Telefon des Tagesspiegels Kristina Flügel (Hochschulabsolventen) und Ralf Lübke (Auszubildende) von der Deutschen Bank.

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