Zeitung Heute : Die Luxusecke

Im Konzeptstore „The Corner“ wird wegweisende Designerware verkauft

Grit Thönnissen

Herr Voelk legt viel Wert auf Höflichkeit und Benimm. Er hält die Tür auf, hilft aus dem Mantel und empfiehlt die leckersten Sachen aus seiner Küche: „Den Schokoladenkuchen sollten Sie probieren!“ Dabei kommt ihm seine gar nicht Berlinerische Mundart zugute, der leicht österreichische Singsang lässt seine Worte gleich viel galanter wirken.

So gesehen ist Josef Voelk ein perfekter Dienstleister: In seinem gerade eröffneten Geschäft „The Corner“ will er die schönsten Dinge, die er gemeinsam mit seinem französischen Geschäftspartner Emmanuel de Bayser in Paris, London und New York gefunden hat, verkaufen.

Aber auch für einen exklusiven Modeladen werden die Zeiten härter: „Es gibt keine Provinz mehr“, sagt Voelk. „Die Leute können sich überall über die neuesten Trends informieren.“ Deshalb sei es um so wichtiger, welche Produkte von welchen Designern man aussucht und wo man seinen Laden platziert. Der von Voelk und de Bayser liegt am Gendarmenmarkt in der Französischen Straße 40. Durch 18 raumhohe Schaufenster hat man einen perfekten Blick auf den französischen Dom.

„Das ist genau der Laden, den ich mir für Berlin vorgestellt habe“, sagt Voelk. „The Corner“ ist so etwas wie das moderne Gegenstück zum guten, alten Kaufhaus der fünfziger Jahre, wo man seine elementaren Bedürfnisse befriedigen konnte. Wenn man das Geschäft mit den Nischen, der Empore und dem integrierten Restaurant betritt, sollte man sofort vergessen, dass man etwas Bestimmtes sucht oder braucht.

Josef Voelk hat so viel verschiedene Produkte von so vielen verschiedenen Designern in seinem Laden versammelt, dass ein Rundgang mit ihm entlang der Regale und Vitrinen so ausfällt, wie das Wiedersehen alter Freunde: „Ah, hier die handgearbeiteten Anzüge von Thom Browne, schauen Sie sich das raffinierte Innenfutter an und hier haben wir etwas von Lou Lou de la Falaise, der ehemaligen Muse von Yves Saint Laurent.“

Dass Voelk einige Jahre im nahe gelegen Quartier 206 als Geschäftsführer und davor 14 Jahre lang für Giorgio Armani in den USA und Deutschland arbeitete, hilft ihm, sein Warensortiment ganz nach seinem Stil zusammenzustellen. Viele der Designer kennt er. Voelk: „Sie freuen sich, dass ihre Sachen am Gendarmenmarkt in Berlin verkauft werden.“

Zum Sortiment gehört zum Bespiel die Linie „Marc“ von Marc Jacobs, dem amerikanischen Designer der Luxusmarke Louis Vuitton, die viel gerühmten Entwürfe von Nicolas Ghesquière für Balenciaga, die geometrisch geschnittenen Kleider von Roland Mouret und ab Herbst die Kollektion der britischen Designerin Stella McCartney.

Und wie in jedem guten Konzeptladen sind die kleinen Dinge, wie die riesigen Sonnenbrillen von Tom Ford, Totenkopfschmuck von Tom Binns, Ökokosmetik aus dem Bregenzer Wald, eine kleine Auswahl an DVD-Filmen und Bademode von Liz Hurley, fast ebenso wichtig wie dieMode selbst. Für das kleine Kauferlebnis zwischendurch.

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