Zeitung Heute : Die Musik zum Club

Der Tagesspiegel

Von Esther Kogelboom

John deAgo ist ein DJ mit offiziellem Büro. Viel lieber als hinter dem Schreibtisch Däumchen dreht er jedoch im Sage Club Platten – und das nun schon seit 1999. Und deAgo hat nicht nur einen eigenen Raum mit DAT-Recorder und Plattenspieler im Sage-Club-Gebäude, sondern auch gute Ideen: Eine Compilation zum Club muss her, dachte er sich vor ein paar Monaten. „Jeder hat irgendwie Verbindungen zum Sage, wir sind inzwischen überregional bekannt“, sagt deAgo. „Da wird es Zeit, dass wir uns bei unseren Gästen und Freunden bedanken.“ Dass das am besten mit Musik geht, versteht sich von selbst. Sony zeigte sich begeistert, und so kam es zu der Club-Plattenfirma-Kooperation. Am 29. April kommt das Doppelalbum „Sound of Sage“ mit Remixen unter anderem von Roger Sanchez, Basement Jaxx, Turntablerocker, Jamiroquai, Phats and Small und Boris Dlugosch in die Läden. Große Aufmerksamkeit wurde auch der Optik geschenkt – die CDs sind goldfarben, die Verpackung ist aufwändig. Alle Remixe stammen von John deAgo selbst und von Divinity, der seit knapp fünf Jahren die Samstagnächte im Sage mit House beschallt – auch heute Abend, da lädt der renommierte Club zur Record Release Party, bevor sich John deAgo und Divinity mit dem „Sound of Sage“ auf Deutschland-Tournee begeben.

Der 28 Jahre alte deAgo, der seinen Namen von einem berühmten Skateboardfahrer „geklaut“ hat, fühlt sich im Sage zu Hause. Nach Stationen an der Uni, in New York, Hamburg und München kam der DJ in den Berliner Club. „Zum ersten Mal kam ich gegen sechs Uhr morgens hierher, und die Toiletten waren immer noch sauber“, sagt John deAgo. „Und es herrschte eine wunderbar entspannte Stimmung. Es war nicht wirklich schmuddelig, aber auch nicht wirklich schick. Genau richtig.“ DeAgo legte eine Nacht gratis auf - die erfolgreichste Bewerbungsart für DJs - und war eine Zeit später Resident-DJ. Seine Beats sind, verglichen mit den Vocalhousetönen von Kollege Divinity, eher strammer, gehen mehr nach vorn. Heute kann man übrigens im Sage noch was Nettes erleben: Die Poolsaison soll nämlich wieder beginnen. Vergangene Woche wurde das Schwimmbecken im Außen- und Wichtigbereich des riesigen Clubgeländes an der Heinrich-Heine-Straße gesäubert und für die neue Plansch-Saison vorbereitet.

John deAgo gefällt die „Sound of Sage“-Idee so gut, dass er bereits mit Sony an einer Fortsetzung der Compilation arbeitet. „Wie gut unser Sound und der Club ankommen, hat sich ja bei dem Werbefilm-Dreh gezeigt“, erklärt John deAgo. Für den kurzen Film in Schwarz-Gold suchten die Sage-Leute nämlich achtzig Statisten, die den ganzen Tag tanzen – ohne Honorar versteht sich. „Wir hatten gedacht: Das klappt nie“, so der DJ. „Aber dann mussten wir sogar welche wegschicken“

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