Zeitung Heute : Die Nacht zum Tag gemacht

Was ist der Ramadan?

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Ramadan, der neunte Monat des Mondkalenders dauert 29 Tage. Für einen Teil der mehr als eine Milliarde Muslime weltweit hat er am Sonntag begonnen. Da der Neumond in den verschiedenen arabischen Ländern der Erde unterschiedlich früh gesehen wird, kann der Beginn des Ramadans von Land zu Land variieren. In Deutschland feiern die Muslime vom heutigen Montag an bis zum 24. November.

Nach islamischer Überlieferung offenbarte der Erzengel Gabriel im Monat Ramadan dem Propheten Mohamed die 114 Suren des Korans. Darin heißt es: „Esst und trinkt, bis der weisse Faden vom schwarzen Faden der Morgenröte zu unterscheiden ist“. Tagsüber ist praktisch alles verboten, was Genuß bereitet: Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Nur Kranke, Reisende, Kinder und schwangere Frauen dürfen auch am Tag Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen.

Da der Mondkalender nicht mit unserem Kalender identisch ist, beginnt der Ramadan jedes Jahr ungefähr zehn Tage früher (Ramadan 2004: 15. Oktober bis 13. November). Für Muslime ist es daher natürlich angenehmer, wenn der Fastenmonat in die Herbst- und Winterzeit fällt: Die Tage sind kürzer und wegen der geringeren Hitze ist der Verzicht aufs Trinken erträglicher.

Ramadan – nicht nur ein Monat der Enthaltsamkeit. In der arabischen Welt beginnt während dieser Zeit bei Einbruch der Dunkelheit täglich ein großes Festessen. Zu Beginn gibt’s immer eine Dattel, ein Glas Wasser und ein Gebet. Durchschnittlich gibt jeder Haushalt im Monat Ramadan für Lebensmittel das Doppelte aus als sonst. Bis zum Morgengrauen herrscht Trubel, die Fernsehsender strahlen die besten Serien aus, Freunde und Verwandte besuchen sich bis in die frühen Morgenstunden. Tsp

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