Zeitung Heute : Die neue Spreequelle soll wieder in Berlin sprudeln

Der Tagesspiegel

Das Spreequell-Werk in Weißensee wird im Frühjahr 2003 geschlossen – aber es gibt offensichtlich doch noch eine Möglichkeit, einen größeren Teil der Arbeitsplätze in der Stadt zu erhalten: Es geht um einen neuen Standort für Spreequell in Berlin. Bisher schien ein Umzug nach Brandenburg beschlossene Sache zu sein. Schon in der kommenden Woche wird der Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi mit dem Geschäftsführer von Spreequell, Frank Arndt, und dem Konzernchef der Brau und Brunnen AG, Michael Hollmann, über einen Verbleib des Unternehmens in der Stadt sprechen.

Die Entscheidung, den Standort nach Brandenburg zu verlagern „wird noch einmal auf den Prüfstand gestellt“, sagte Arndt dem Tagesspiegel. Dabei sollen „alle Fördermöglichkeiten“ ausgelotet werden, die Berlin dem Wasserabfüller bieten kann. Gregor Gysi hatte am Mittwoch vor dem Abgeordnetenhaus angedeutet, dass seine Senatsverwaltung Spreequell ein Angebot unterbreiten wolle. Genaueres wollte er nicht sagen. Sollte Spreequell seine Produktion nach Brandenburg verlegen, würden laut Gysi selbst dort keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, da Spreequell vorhandene Produktionskapazitäten ausnutzen wolle.

Der Standort in Weißensee wird zum 31. März 2003 geschlossen, ursprünglich sollte dies noch in diesem Jahr geschehen. So vermeidet Spreequell die Rückforderungen von bereits erhaltenen Subventionen. „Wenn Spreequell bleibt, können wir über die Nutzung brach liegender Flächen der des Betriebsgeländes sprechen“, sagte der Sprecher des Wirtschaftssenators, Christoph Lang. Spreequell-Geschäftsführer Frank Arndt sagte, das Werk in Weißensee sei vor allem wegen der zu großen Fläche, der maroden Baustruktur und auch wegen der hohen Mitarbeiterzahl unwirtschaftlich. Wolle Berlin die Firma in der Stadt halten, genüge es nicht, Spreequell die Grundwasserentnahmegebühr zu erlassen.

Nach Auskunft des Spreequell-Geschäftsführers für Produktion und Technik, Michael Sasse, könnte die Firma vorhandene Wasserbrunnen in der Stadt nutzen, neue Quellen müsste man nicht suchen. Die notwendige Mineralwasseranerkennung könnte der Getränkehersteller innerhalb eines halben bis dreiviertel Jahres einholen. Spreequell-Betriebsrat Jens Loetz hofft, dass wesentlich mehr Arbeitsplätze als erwartet erhalten werden können. Bisher war von 23 der 100 Stellen die Rede. chv / dae

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