DIE PIRATEN IN BUNDESWEITEN UMFRAGEN : Auf und wieder ab

Nachdem die Piraten bei der Wahl am 18. September in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen waren, enterten sie auch die bundesweiten Statistiken der Demoskopen. Bis dahin waren sie dort nicht aufgetaucht. Das „Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen für ZDF und Tagesspiegel registrierte die Piraten am 23. September unter der Projektion „Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre...“ erstmals mit vier Prozent. Bei diesem Wert war – allerdings mit umgekehrten Trend – damals auch die FDP gelandet. In den Folgewochen legten die Piraten im Politbarometer bis auf 6 Prozent (28. Oktober) zu, rutschten danach aber sukzessive wieder auf 4 Prozent (16. Dezember) ab. Ähnlich erging es der jungen Partei beim Umfrageinstitut infratest dimap. In dessen „Deutschlandtrend“ für die ARD stiegen die Piraten am 26. September mit ebenfalls 4 Prozent ein, erreichten dann schon am 6. Oktober mit 8 Prozent dort ihren bislang höchsten Wert, ehe es Schritt für Schritt wieder bis auf sechs Prozent (23. Dezember) abwärts ging.

Doch die Demoskopen kommen zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen, was den Trend der Partei in der Wählergunst anbelangt. So verzeichnete das Forsa-Institut, dessen „Wahltrend“ Stern und RTL veröffentlichen, am 21. Dezember, also vor sechs Tagen, eine deutliche Steigerung der Piraten: Sie legten gegenüber der Vorwoche um zwei Prozentpunkte zu und erreichten enorme 9 Prozent. Profitiert haben mögen sie vom weiteren Absturz der Liberalen, die von Forsa in dieser Umfrage nur noch bei zwei (!) Prozent gesehen wurden.

Dass die Bewertung der Piraten ohnehin stärker von der allgemeinen politischen Stimmung in der Bevölkerung und weniger von den tatsächlichen Inhalten der Partei selbst abhängig ist, legte eine Forsa-Umfrage von Ende Oktober nahe: Fast 40 Prozent der Piraten-Anhänger gaben damals an, diese Partei aus Protest oder mangels

Vertrauen in die anderen,

etablierten Parteien zu

bevorzugen. Ob der „Denkzettel“ dann auch zum Wahlzettel wird, zeigt sich spätestens im September 2013 zur Bundestagswahl. sc

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