Zeitung Heute : Die Politik – eine Bühne

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„Der kann es nicht“, entfuhr es einem zornbebenden Lafontaine. Adressat des Wutausbruchs: Kanzler Gerhard Schröder. Ort des Geschehens: der Weinkeller in der saarländischen Landesvertretung in Bonn. Zeitpunkt: 10. März 1999. Am nächsten Tag tritt Lafontaine, damals 55 Jahre alt, von allen politischen Ämtern zurück. Schröder und Lafontaine sind sich seit dieser politischen Fahnenflucht des Saarländers nie wieder begegnet. Ja, sie haben seither nicht einmal mehr miteinander telefoniert.

DER VERBÜNDETE

Klaus Ernst. Der Vorsitzende der jüngst gegründeten Linkspartei Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), Klaus Ernst, hat den Kontakt zu Lafontaine schon gesucht, als von einer neuen Partei noch gar nicht die Rede war. Jetzt bietet er ihm die Plattform für sein Comeback: Er sei bereit, für ein Parteien-Bündnis als Kandidat in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf zu ziehen, sagt Lafontaine. Ernst freut’s: Mit Lafontaine und Gysi an der Spitze seien acht bis zehn Prozent bei einer Bundestagswahl mindestens drin.

DER FÖRDERER

Alfred Hrdlicka. Der österreichische Bildhauer und Maler ist ein Freund von Lafontaine – und Gysi. Er wollte nicht akzeptieren, dass die beiden sich aus der Politik zurückziehen. „Warum leisten es sich die linken Parteien, ihre fähigsten Vertreter ins Abseits zu stellen. Auf der anderen Seite: Warum leisten sich die fähigsten Vertreter den Abschied von der Politik?“ Hrdlicka hat die beiden immer wieder zusammengebracht. Mit Erfolg.Tsp

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