Zeitung Heute : Die Rechte der Kunden stärken

Berlin will den Verbraucherschutz im Verkehrsvertrag festschreiben

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Der Berliner Senat will die Rechte der Benutzer von Bussen und Bahnen in der Stadt stärken. Im neuen Nahverkehrsplan sollten Verbraucherschutz und Kundenorientierung festgeschrieben werden, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg JungeReyer (SPD). Damit solle die Einhaltung bestimmter Qualitätsmerkmale bei den Verkehrsunternehmen sichergestellt werden.

Zu diesen Merkmalen gehörten Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sicherheit, Ausstattung, Sauberkeit sowie Kommunikation mit den Kunden. Der neue Nahverkehrsplan könne voraussichtlich Ende des Jahres vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Er solle 2006 als Grundlage für einen Verkehrsvertrag mit der BVG dienen.

Im bereits bestehenden Vertrag mit der S-Bahn seien Qualitätsstandards wie Pünktlichkeit und Sauberkeit bereits festgelegt. Ihre Einhaltung werde unter anderem durch Kundenbefragungen überprüft. Bei einer Verletzung der Standards seien finanzielle Sanktionen möglich. Dieses Mittel habe aber bisher nicht angewendet werden müssen.

Auch bei der BVG gebe es bereits positive Beispiele für die Qualitätssicherung, betonte Junge-Reyer. So gebe es bei längeren Verspätungen, die das Unternehmen zu verantworten habe, einen Anspruch der Kunden, auf Gratisfahrscheine, beziehungsweise abends den Ersatz ihrer Taxikosten.

Junge-Reyer will sich dafür einsetzen, diese Standards bundesweit durchzusetzen. Erklärtes Ziel müsse es sein, dass die Fahrgäste gleichberechtigte Vertragspartner werden und nicht schutzlos gegenüber den Verkehrsunternehmen sind. Im neuen Nahverkehrsplan würden die Ziele des Verbraucherschutzes und der Kundenorientierung festgeschrieben. Nur so könnten neue Kunden für die Nahverkehrsunternehmen gewonnen werden, erklärte die Senatorin weiter. ddp

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