Zeitung Heute : Die RFID-Technik

-

RFID steht für Radio Frequency Identification, also Funkerkennung. Moderne RFID-Chips sind flach wie Briefmarken und werden wie Etiketten auf ein Objekt geklebt. Die RFID-Technik koppelt intelligente Chips mit elektronischen Lesegeräten, die in der Lage sind, die Daten auf dem Chip mit Hilfe von Funkwellen abzufragen – berührungslos und unsichtbar. Dadurch lassen sich Warenströme automatisch sortieren oder Preise auslesen. Der Handel ist stark an der Einführung von RFID-System interessiert. Denkbar ist aber auch, Personen gegen ihren Willen zu orten und zu kontrollieren. Deshalb ist RFID stark umstritten.

Kein Wunder, denn an der Wiege dieser Technologie stand – wie so oft in der Informationstechnik – das Militär. Die ersten RFID-Systeme wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges in Panzern und Flugzeugen der Alliierten eingesetzt, um Freund von Feind zu unterscheiden. Damals waren die Transpondergeräte noch klobig und unhandlich, kein Vergleich zu den eleganten und unauffälligen Chips von heute.

Das Prinzip blieb jedoch annähernd gleich: Eine fest installierte Leseeinheit an einer Kasse, über einer Tür oder an einer Barriere schickt permanent elektromagnetische Funkwellen aus: als Dauersignal oder als Pulse. Kommt ein RFID-Chip in ihre Reichweite, reagiert der Chip über eine angeschlossene feine Spule oder Antenne auf die Funkfrequenz und meldet sich an. Der Lesekopf greift dann auf nachgeschaltete Rechentechnik zurück, um die im RFID-Chip gespeicherten Daten abzurufen, weiter zu melden, zu speichern oder zu verarbeiten. Je nach Funkfrequenz und Sendeleistung kann ein solches System den Chip im Abstand von mehreren Zentimetern bis zu mehr als einem Kilometer aktivieren.

Zur Sicherung von Waren werden RFID- Chips seit den 70er Jahren verwendet, anfangs hauptsächlich gegen Diebstahl. Seit Anfang der 80er Jahre wird RFID auch in der Landwirtschaft eingesetzt, beispielsweise um Tiere zu kennzeichnen. Seit dieser Zeit wird die Technologie in einigen US-Bundesstaaten und in Norwegen genutzt, um die Maut an Highways und Autobahnen einzutreiben. In den 90ern kam der große Durchbruch bei Mautsystemen, Zugangskontrollen, beim bargeldlosen Zahlungsverkehr, bei Skipässen, Tankkarten und elektronischen Wegfahrsperren. Nach der Einführung eines globalen Standards durch das MIT in Boston sind RFID-Chips unter anderem auch in Scheckkarten oder elektronischen Pässen enthalten. HS

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar