Zeitung Heute : Die Romantiker kommen

Der Tagesspiegel

Potsdam. Romantisch geht es in diesem Jahr im Land Brandenburg zu. Aus einer Fülle von Ideen wurden 34 Projekte ausgewählt, um die Romantik, jene Geistesströmung zwischen 1750 und 1850, nach ihrer Relevanz für unsere Zeit zu befragen. Während im Berliner Martin-Gropius-Bau das klassische Griechenland gefeiert wird, wird in Brandenburg an Philosophie, Literatur, Musik, Malerei und Skulptur, Architektur und Landschaftsgärtnerei jener Zeit erinnert. 2,17 Millionen Euro vornehmlich aus Landes- und Bundesmitteln stehen für die Aktion im Anschluss an das Preußenjahr 2001 bereit, das weitaus besser dotiert war.

Berlin ist aus dem Programm ausgestiegen, weil bereits avisierte Lottomittel fehlten und kein anderes Geld verfügbar sei, was von den Organisatoren, dem neu gegründeten Verein „Kulturland Brandenburg“, als verschenkte Gelegenheit bemängelt wird.

Mit einer Serie von Ausstellungen, Tagungen und Lesungen will der von der Landesregierung unterstützte Verein die Epoche großer Umbrüche und sozialer Spannungen dokumentieren, sagte gestern in Potsdam Projektleiterin Petra Kabus bei der Vorstellung des Programms. Die Kampagne wolle nicht nur kulturelle Leistungen würdigen, sondern auch politische Entwicklungen dokumentieren.

Schwerpunkte seien ferner das starkem Wandel unterworfene Leben in der Familie und die Rolle der Frauen. Das Romantikjahr wird am 4. Mai im Kloster Chorin mit einer Ausstellung über die Wiederentdeckung des Mittelalters und seiner Baukunst eröffnet. An Originalschauplätzen wie dem PücklerPark in Branitz, den Gedenkstätten für die Dichter Heinrich von Kleist in Frankfurt an der Oder beziehungsweise Bettina und Achim von Arnim in Wiepersdorf, in den ehemaligen Musenhöfen Nennhausen, Paretz und Wolfshagen und an anderen Orten soll geschildert werden, was die Zeit der Romantik ausmachte, in der das Schnaufen der Eisenbahn und das Rasseln von neuartigen Maschinen mit der Sehnsucht nach dem Mittelalter kollidierten, was die Romantik von früheren und späteren Perioden unterscheidet und wer ihre Protagonisten bis hin zum großen Romantiker und Preußen-König Friedrich Wilhelm IV., waren. Helmut Caspar

Zahlreiche touristische Angebote stehen bis zum Jahresende landesweit im Zeichen der Romantik, etwa mit Veranstaltungen im Spreewald, in der Prignitz und in der Uckermark. Informationen unter www.kulturland-brandenburg.de sowie bei der Projektgruppe in Potsdam unter 0331/2311336, die auch den Veranstaltungskalender verschickt.

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