Zeitung Heute : Die S-Bahn rechnet mit mehr Verkehr Auf der Stadtbahn wird es 2006 eng

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MIt einer großen Verjüngungskur hat die Berliner SBahn etwas geschafft, das ihre Statistik glänzen lässt. Bis vor einigen Jahren waren ihre Züge durchschnittlich 43 Jahre alt. Jetzt, nach Ende der milliardenschweren Modernisierung, sind ihre Bahnen im Mittel sieben Jahre alt.

„Mit den neuen Waggons können wir viel wirtschaftlicher arbeiten“, erklärt S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Doch das reiche noch nicht aus, um konkurrenzfähig zu sein. Das heißt im Klartext: Die Nahverkehrstochter der Bahn AG will von ihren Kosten herunter. Und das versucht sie, indem sie die Zugabfertiger von ihren 156 Bahnhöfen streicht. Ähnlich wie bei der BVG, sollen die Zugführer demnächst selber die Türen schließen und dann losfahren, ohne dass sie dazu grünes Licht von einem Zugabfertiger bekommen. 880 Mitarbeiter sind davon betroffen, nur ein kleiner Teil wird auf den Stationen weitermachen können. Dort will die S-Bahn nämlich 250 Mitarbeiter einsetzen, die auf den Bahnhöfen als Servicepersonal eingesetzt werden, um Fragen zu beantworten und Tipps zu geben. „Niemand wird entlassen“, sagt Priegnitz. Die Mitarbeiter sollen anderswo im Unternehmen arbeiten oder umgeschult werden.

Auch wenn ihre Züge modern sind: Auch die S-Bahn nimmt noch einmal Geld in die Hand, um ihr Informationssystem für die Fahrgäste zu verbessern. Statt auf das System Daisy, das die BVG verwendet, greift die S-Bahn auf das Reise- und Informationssystem RIS der Bahn AG zurück. Auch diese Anzeigetafeln bieten in etwa die gleichen Informationen wie die der BVG. Sie zeigen an, wann der nächste Zug fahrplanmäßig kommen soll, aber auch, wann er tatsächlich einfährt.

Wenn im Mai der neue Hauptbahnhof in Betrieb genommen wird, sieht sich die S-Bahn vor einer neuen Herausforderung. Weil U- und S-Bahn-Strecken noch nicht komplett fertiggestellt sein werden, und auch die Straßenbahn noch nicht bis zum neuen Super-Bahnhof fährt, werden die meisten Fahrgäste über die Stadtbahn anreisen. Das bedeutet viel mehr Verkehr für die ohnehin schon stark genutzte Strecke. oew/olk

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