DIE SCHUFA : Aus Menschen werden Kennzahlen

Die Schufa, also die Schutzgemeinschaft für allgemeine

Kreditsicherung, existiert seit 85 Jahren und wurde einst vom Berliner Versorgungsunternehmen Bewag gegründet. Die acht regionalen Gesellschaften wurden 2002 unter dem Dach der Schufa Holding AG vereint.

Die Schufa verfügt über Daten von 66 Millionen Bundesbürgern. Zum Verbund der Schufa gehören nahezu alle Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Handelsunternehmen, Telefonfirmen, die Versicherungswirtschaft, aber auch Wohnungsgesellschaften und Energieversorger übermitteln der Schufa Daten und nutzen sie zugleich zur Absicherung.

Viele Bürger befürchten, durch die Datensammelwut der Schufa zum gläsernen

Verbraucher
zu werden. Geschürt wird diese Angst insbesondere durch das sogenannte Scoring. Aus der Vielzahl der Informationen über einen Verbraucher wird eine Kennzahl ermittelt, die es erlauben soll, die Zahlungsfähigkeit des Kunden zu beurteilen. Seit 2010 steht jedem Bundesbürger einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft zu, allerdings nicht über das Internet und ohne Bonitätsauskunft. Nach eigenen Angaben verwendet die Schufa die gespeicherten Daten unter anderem über die Anzahl und Art der Kreditaktivitäten oder etwaige Zahlungsausfälle.

In die Kritik ist das Scoring jedoch vor allem geraten, weil angeblich auch andere Daten wie der Wohnort in die Ermittlung der Kreditwürdigkeit eingeflossen sein sollen. Die Schufa bestreitet dies. Nach ihren Angaben werden weder Informationen zu Nationalität, Beruf, Einkommen, Familienstand, Religion, politischer Präferenz oder Wohnort verwendet. sag

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben