Zeitung Heute : „Die Sparkasse gehört zur Hauptstadt wie der Bär“

Das Institut sieht sich als Hausbank von Stadt und Bürgern und als Investitionsbank des Mittelstandes – Vier Kontenmodelle zur Auswahl

Johannes Evers

Zu Beginn des Jahres 1819 gab der königliche Polizeiintendant Berlins Bürgern folgenden einfachen Rat: Sie sollten „...ihr vorräthiges Geld nicht im Bettstroh, in Flurboden und Kellerwinkeln oder ähnliches verstecken“. Er empfahl ihnen, das Geld bei der Sparkasse einzuzahlen. Schon nach wenigen Jahren hatte die Berliner Sparkasse mehr als 19000 Sparbücher ausgegeben, die Bilanzsumme erreichte mehr als eine Million Taler. Verglichen mit der heutigen Kaufkraft entspricht das 50 Millionen Euro. Sicherheit und Zins auch für die kleinen Leute einerseits, günstige Finanzierung der regionalen Wirtschaft andererseits – dies war das Ziel der Gründungswelle öffentlich-rechtlicher Sparkassen im 19. Jahrhundert.

Wille zum Wandel

Heute ist die Berliner Sparkasse eine dynamische, moderne Regionalbank, deren Wille zum Wandel, breites Angebot, Service und Kundennähe von den Berlinerinnen und Berlinern geschätzt werden, wie eine aktuelle Meinungsumfrage belegt: Danach gehört die Berliner Sparkasse so selbstverständlich zur Hauptstadt wie die Berliner Bären. Und diese Meinung demonstrieren sie per Abstimmung mit den Füßen, beziehungsweise mit ihren Konten: Mehr als eine Million Privatgirokonten führt die Berliner Sparkasse. Das entspricht einem Marktanteil von mehr als 44 Prozent. Damit sind wir Marktführer in Berlin und flächendeckend in der gesamten Stadt vertreten.

Schon immer hat sich die Sparkasse in besonderem Maße in Berlin engagiert: Als die Hausbank der Stadt und Bürger, die Investitionen des Mittelstandes finanziert und den Privatkunden längst weit über das gewöhnliche Sparbuch hinaus attraktive Finanzdienstleistungsangebote macht. Das gehört zur Tradition. Was die Berliner Sparkasse zukunftsfähig macht, ist ihre Fähigkeit, sich flexibel veränderten Marktbedingungen zu stellen.

Der Bankensektor ist in Bewegung geraten. Gekennzeichnet ist der Markt durch einen harten Wettbewerb der Kreditinstitute untereinander und veränderten Kundenbedürfnissen. Der moderne Kunde ist kostenkritisch. Er verlangt individuelle Beratung zu günstigen Konditionen, und das zu möglichst verbraucherfreundlichen Zeiten. Den Spagat zu meistern zwischen den individuellen Anforderungen und einer Grundversorgung der breiten Bevölkerung mit Konten zu günstigen Bedingungen – das ist eine ganz besondere Herausforderung.

Darauf reagieren wir. Unter anderem mit vier verschiedenen Konto-Modellen. Dazu zählt das „S-Berlin-Konto-Direkt“, das Kosten durch Nutzen von Online-Banking und Selbstbedienung spart, ebenso wie das hochwertige Preissegment, das „S-Berlin-KontoBrillant“. In der differenzierten Ausgestaltung unseres Angebots liegt unsere Stärke. Und diese Strategie geht auf: Heute werden bereits 15 000 der 1,1 Millionen Girokonten als „Brillant-Konten“ geführt. Bis Mitte 2003 sollen es mindestens 50000 sein.

Die an uns gestellten Anforderungen sind klar: Ein breites Angebot mit hochwertiger Beratung, und das bei möglichst günstigen Kosten. Auch hier kann die Berliner Sparkasse auf ihre traditionellen Stärken setzen. Mit 157 Privatkunden-Centern und 25 Vermögensanlage-Centern weisen wir mit Abstand das dichteste Filialnetz in der Hauptstadt aus. Getreu dem Motto: Wir sind dort, wo unsere Kunden sind. Die Filialen werden auch in Zukunft das Herzstück unseres Bankgeschäfts sein. Unseren Firmenkunden stehen zusätzlich spezielle Kompetenzzentren zur Verfügung. Denn die räumliche Nähe des Vertriebs zum Verbraucher gewährleistet, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden genau kennen und ihnen individuelle Angebote bieten können. Persönliche Betreuung heißt, unsere Kunden in allen Lebensphasen zu begleiten, auch in kritischen Phasen des Lebens, sie beim Vermögensaufbau zu beraten und die Altersvorsorge zu sichern.

Unsere Kunden kompetent zu begleiten, bedeutet auch, sich frühzeitig um die Kunden der Zukunft zu bemühen. Fast 60 Prozent aller Schülerinnen und Schüler und Auszubildenden in Berlin führen ihr erstes eigenes Konto bei der Berliner Sparkasse. Und weil uns die Zukunft der Jugendlichen wichtig ist, engagiert sich die Berliner Sparkasse für CidS! Computer in die Schulen, einem Bildungs- und Medienprojekt an den Schulen.

Nur wer den Trend frühzeitig erkennt, kann die Zukunft für sich nutzen. Was erwarten also unsere Kunden von uns in Zukunft? Wir wissen: Nicht das billigste, sondern das beste Angebot. Unsere Kunden wollen einen vielfältigen Zugang zur Bank über ein Multikanalsystem. Sie wollen frei wählen, ob sie per Internet, Telefon oder Faxgerät das schnelle, tägliche Bankgeschäft erledigen. Sie wollen eine in der Region verankerte Bank, und suchen für ihre langfristige finanzielle Planung, ob persönlich oder beruflich, das Beratungsgespräch. Denn auch das wollen die Kunden: die Erfahrung unserer Kundenberater nutzen, ohne auf modernes Banking zu verzichten. Künftig wird die Kompetenz in der Beratung von Gewerbetreibenden und kleinen Unternehmen ausgebaut. Hier profitieren unsere Berater und Kunden letztlich auch von den Erfahrungen aus der Initiative Start-up, die seit Jahren Existenzgründungen und potenzielle Jungunternehmer in Deutschland, in Berlin fördert.

Ein Portal für den Mittelstand

Derzeit wird ergänzend zum bestehenden Internetbanking am Aufbau eines Portalangebots für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region gearbeitet. Dieses Portal soll alle wichtigen onlinefähigen Dienstleistungen vereinen, mit denen Unternehmer Kosten sparen können. Das ist eine für Deutschland bislang einmalige Aktion und ein Schritt weiter auf dem Weg, noch dynamischer und effektiver auf Kundenwünsche einzugehen als bisher.

Der Autor ist Vorstandsmitglied der Landesbank Berlin (LBB) zu der die Sparkasse gehört.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!