Zeitung Heute : Die SPD als lokales Ereignis

Der Tagesspiegel

Immer wieder versucht es die SPD auf dieselbe Weise. Ihr Angriffsplan trägt die Überschrift „Die Anderen“. Der Begriff ist öffentlich von Gerhard Schröder geprägt worden, und die Art, wie er ihn spricht, macht deutlich, wie er ihn meint: abfällig. Er will sich absetzen von den Anderen, will sie mit negativen Argumenten koppeln. Rede und Rhetorik. Die weitere Ausführung in der SPD obliegt, wie immer, Generalsekretär Franz Müntefering. Er muss dafür auch die Kritik einstecken, die öffentliche. Weil nämlich eine platte Stigmatisierung nicht funktioniert. Als erstes: Das Plakat der SPD zum Unions-Kanzlerkandidaten, der als so rechts dargestellt wurde, dass man ihn nicht mehr sehen konnte. Nur hat sich der Kandidat in die Mitte bewegt – und will sich einfach nicht an den Rand drängen lassen. Dann Münteferings Versuch, die SPD in der Spendenaffäre mit der höheren Moral auszustatten, höher als die der CDU. Bis die eigene Affäre kam und der Generalsekretär sich an seiner rustikalen Rhetorik verschluckte. Das bisher letzte ist der Versuch, die Wahl in Sachsen zum rein lokalen Ereignis umzudeuten, in der Bedeutung etwa so lokal wie, sagen wir: Köln. Entsprechend wird auch das fehlschlagen. Denn so groß sind die Stärken der SPD im Vergleich zu den Anderen nicht: Im Kampf um die Deutungshoheit liegt sie hinten. cas

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar