Zeitung Heute : Die Sprache der Engel

Am 8. April feiert die Epiphanien-Gemeinde ihr 100-jähriges Bestehen Musik wird dabei eine besondere Rolle spielen

Matthias Jekosch

Musik sei „die Sprache der Engel“, sagte der schottische Philosoph Thomas Carlyle Anfang des 19. Jahrhunderts. In der evangelischen Epiphanien-Gemeinde, die am 8. April ihr 100-jähriges Jubiläum begeht, ist dieses Zitat Programm: „Über die Musik können wir die Menschen innerlich bewegen“, sagt Pfarrerin Christiane Bornemann, die zusammen mit Pfarrer Wolfgang Bings für das Seelenheil der Charlottenburger Gemeinde sorgt.

Über 50 Konzerte im Jahr, zwei Chöre, eine Bläsergruppe und vor allem die 1,1 Millionen Euro teure Erweiterung der Orgel unterstreichen diesen musikalischen Anspruch. „Der Klangreichtum unserer Orgel ist ungewöhnlich, es sind sehr exotische Töne möglich“, schwärmt Bornemann. Das führt dazu, dass über den Bezirk hinaus Besucher kommen.

Die Jubiläumsfeiern wurden eigens auf den Mai verlegt, um der Reisezeit um Ostern auszuweichen. Viele Gemeindemitglieder reisen gern, wie am Zuspruch zu den jährlichen Studien- und Seniorenreisen zu sehen ist.

Die Gemeinde mit 6000 Mitgliedern nimmt alle wohlwollend auf: Zur Messe gibt es einen Begrüßungsdienst an der Pforte, anschließend wird Neumitgliedern beim sonntäglichen Kirchencafé die Eingewöhnung erleichtert.

Die Kirche hat auch schwere Momente erlebt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges etwa wurde das Dach zerstört, erst 1960 war Neueröffnung. Das neuartige Aluminiumfaltdach erregte viel Aufmerksamkeit. Darunter predigt Pfarrer Brings seit nunmehr 29 Jahren, Bornemann kam ein Jahr später zur Gemeinde. „Es ist immer wieder anders. Derzeit habe ich das Gefühl, dass durch unsere Kulturarbeit mehr Intellektuelle kommen“, sagt die Pfarrerin.

Epiphanien-Gemeinde, Knobelsdorffstraße 72, Tel. 30 11 690, Internet: www.epiphanien.de

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