Zeitung Heute : Die "Swiss School of international Banking and Finance" bietet englischsprachigen Unterricht mit Praxisbezug

Thomas Veser

Als Chemiezentrum ist Basel in der Nordwestschweiz schon lange bekannt. Seit Juli besitzt die Stadt, in der die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ihren Sitz genommen hat, ihre erste Schule für Bank- und Finanzwesen. Der Unterricht an der "Swiss School of international Banking and Finance" (sib) findet auf Englisch statt.

Die sib ist eine Initiative der Basler Unternehmerfamilie Frick, die in der Schweiz und in Kenia Hotelfachschulen gegründet hatte und ein touristisches Consultingunternehmen betreibt. Als Direktor verpflichteten die Gründer den Schweizer Fritz Strolz (48), der an der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) und am IMD Lausanne studiert hat. Der hawaianische US-Bürger Joseph A. Tanega (45), der die Aufgaben des Dean wahrnimmt, absolvierte seine akademische Laufbahn in Oxford und Princeton (USA), bevor er sich auf die Gebiete Risikokapital, Derivatenhandel und Finanzprojekte der Europäischen Union spezialisierte.

Gegenwärtig bietet die sib drei Abschlüsse an. Das Bachelor-Diplom International Banking Management bereitet auf das internationale Junior-Management vor. Dieser Kurs dauert drei Jahre, wobei die Teilnehmer ein Jahr lang Praktika in Kreditinstituten absolvieren. Der MA-Abschluss Financial Services nimmt 18 Monate in Anspruch, davon verbringen die Kursteilnehmer ein halbes Jahr in Banken. Der "Swiss Postgraduate Course in International Finance and Banking" richtet sich vornehmlich an Teilnehmer mit Berufserfahrung. Er besteht aus fünf Bausteinen, die jeweils zwei Wochen dauern und berufsbegleitend wahrgenommen werden können.

Erfolgreiche Absolventen, die sich mit diesem Kurs auf ein Masterstudium vorbereiten können, erhalten ein Zertifikat. Bewerber müssen die Reifeprüfung oder einen vergleichbaren Abschluss vorweisen, Englisch in Wort und Schrift beherrschen und im Fach Mathematik mindestens die Note genügend erworben haben. Schon beim Aufbau ihrer Hotelfachschulen kooperierten die sib-Gründer mit der englischen Universität Bournemouth. Diese übertrug ihren Studiengang Financial Services und passte ihn an die sib-Bedürfnisse an.

Im Gegensatz zu anderen Fortbildungsstätten für den Banken- und Finanzsektor kann das Basler Institut mit einer Neuerung aufwarten: "Praktika sind untrennbar mit dem Unterricht verbunden", betont Fritz Strolz. "Wir verpflichten uns, alle Teilnehmer während ihrer Fortbildung in Banken unterzubringen." Dass auch die Kreditinstitute später genügend Praktikumsplätze anbieten werden, steht für Strolz ausser Zweifel. Allerdings möchte er noch keine Namen nennen. Inzwischen haben sechs Full-Time-Dozenten aus Grossbritannien, den USA und Fernost ihre Lehrtätigkeit aufgenommen. Sie stammen aus der Praxis und besetzen dort "Top-Positionen", wie Dean Tanega sich ausdrückt. Mit ihren Kursgebühren - der Bachelorabschluss etwa kostet umgerechnet etwa 21 600 Mark - hält sich die sib im mittleren Preissegment. Die Anmeldung bei der kantonalen Fremdenpolizei übernimmt die sib. Teilnehmer, die in der Schweiz wohnen wollen, müssen sich auf deutlich höhere Lebenshaltungskosten als in Deutschland einstellen.Swiss School of internationale Banking and Finance, sib, Postfach CH-4002 Basel, Tel: 0041 61 417 20 00, Fax: 0041 / 61 417 20 01 E-Mail: sib@ihtti.ch , Web: www.sib-edu.ch

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