Zeitung Heute : DIE TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Das Halbfinale gegen Portugal war noch keine Viertelstunde alt, da hatte sich Franck Ribéry schon mehrfach wüste Beschimpfungen anhören müssen. Nicht vom Gegner, sondern von seinen Mitspielern Makelele und Vieira. Ribéry hatte seine defensiven Aufgaben nicht auftragsgemäß erfüllt, und das sehen die Chefs Makelele und Vieira gar nicht gerne. Als Zidane nach einer halben Stunde den Elfmeter zum 1:0 verwandelt hatte, musste sich sogar der große Meister nach dem Jubel Kritik seiner Mitspieler gefallen lassen, weil er zu weit vorne spielte. Die Grundordnung der Franzosen ist defensiv, defensiver noch als die der taktisch sehr variablen Italiener. Bei ihnen spielt Totti etwas weiter vorne als auf der anderen Seite Zidane, der beim Aufbau zwar von Vieira unterstützt wird, aber fast alleine das Spiel lenkt. Bei den Italienern ist die Last verteilt: Pirlo dirigiert mit seinen Pässen nach außen das Spiel aus der Tiefe heraus. Er ist die erste Anspielstation nach Ballgewinnen, während Totti es weiter vorne auch mit Weitschüssen gegen den vermeintlichen Schwachpunkt Barthez versuchen wird. Interessant dürften die Auswechslungen beider Trainer werden: Frankreichs Raymond Domenech wechselte in der Schlussphase der letzten Spiele die offensiveren Wiltord und Govou für Malouda und Ribéry ein, Marcello Lippi brachte gegen Deutschland spät noch drei Angreifer. Aber erst muss die Ordnung stimmen.

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