Zeitung Heute : Die Tricks eines großen Regisseurs

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Sie feierten beide in diesem Jahr runde Geburtstage: TagesspiegelHerausgeber Hellmuth Karasek wurde im Januar 70, Regisseur Helmut Dietl vor wenigen Tagen 60. Die Biografien der beiden sind miteinander verwoben: Als Dietls heute legendäre Fernsehserie „Kir Royal“ 1984 beinahe abgesetzt wurde, schrieb Karasek, damals Kulturchef des „Spiegel“, eine Hymne im Nachrichtenmagazin – prompt lief die Serie weiter. Später wollten Dietl, sein Co-Autor Patrick Süskind und Karasek gemeinsam das Drehbuch zu „Schtonk“ schreiben, was Karasek von seinem damaligen Arbeitgeber nicht genehmigt wurde.

VON GEBURT AN MÜNCHNER

Helmut Dietl gehört zu den ganz großen Regisseuren des Landes: Münchner von Geburt an, hat er es nie lange woanders ausgehalten – selbst in der Filmhauptstadt Los Angeles nicht, wo er Anfang der 80er Jahre lebte. Sein Blick auf die Heimat, auf die Menschen und ihre Beziehungen ist bis heute einmalig und unverwechselbar. In den 70er Jahren wurde Helmut Dietl zuerst in Bayern mit der Fernsehserie „Münchner G’schichten“ bekannt, in den 80ern folgten bundesweit große Erfolge wie „Monaco Franze“ und „Kir Royal“, schließlich die Kinofilme „Schtonk“, „Rossini“ und „Late Show“.

DIE PERFEKTE BESETZUNG

Für viele seiner Schauspieler ist die Zusammenarbeit mit ihm ebenso schön wie traurig: Denn nie – weder vorher noch nachher – waren etwa Günther Maria Halmer, der Hauptdarsteller in den „G’schichten“, „Monaco Franze“ Helmut Fischer oder Franz Xaver Kroetz als Klatschreporter Baby Schimmerlos in „Kir Royal“ besser besetzt und geführt als von Dietl. Was niemand mehr bedauerte als die Schauspieler selbst.

EIN PLAYBOY ALS FRÜHRENTNER

Für Fans und alle, die Dietls Serien damals verpasst haben: Auf DVD sind mittlerweile „Monaco Franze“ und die „Münchner Gschichten“ zu kaufen. Allein das Interview mit Dietl auf der „Monaco Franze“-DVD: Da erklärt er, wie er dem Bayerischen Rundfunk seinen Playboy Monaco als Kommissar schmackhaft machte. Helmut Dietls Trick: Nach wenigen Folgen wird Monaco Franze frühpensioniert.

DIE ZUKUNFT

Zur Zeit dreht Dietl seinen neuen Film „Vom Suchen und Finden der Liebe“, in den Hauptrollen Moritz Bleibtreu und Alexandra Maria Lara, in Nebenrollen Uwe Ochsenknecht, Heino Ferch, Anke Engelke und Harald Schmidt. tsp

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